Hollersbachtal



Der eindringlichen Bitte von Bergrettung und Rotem Kreuz Folge zu leisten und auf Berg- und Schitouren zu verzichten, um Ressourcen für wichtigere Aufgaben zu schonen, scheint in Zeiten wie diesen dringend geboten.

Als Alternative dazu Naturbeobachtungen bei einer kurzen Wanderung ("Solo-Spaziergang") ins Hollersbachtal:

Zwei artverwandte – in den Blüten aber doch sehr unterschiedliche - Blumen mögen in der jetzigen Situation symbolisch Mut machen: Die Weiße Pestwurz und der Huflattich. Beide gehören zu den ersten Blüten im Frühjahr oder Spätwinter, finden sich an sehr kargen Standorten und haben enormen Überlebenswillen, auch wenn neuerliche Schneefälle oder Kälteeinbrüche stattfinden.

Die Weiße Pestwurz wurde bereits in der Antike als Heilpflanze verwendet und bezieht ihren deutschen Namen von ihrer Verwendung im Mittelalter im Kampf gegen die Pest. Auch gegen Husten und heute besonders auch gegen Allergien findet sie Verwendung.

Im Aussehen könnte man mit einiger Fantasie eine leichte Ähnlichkeit mit dem Coronavirus erkennen.

Auch der Huflattich, dessen Wurzeln bis zu 2 m lange Ausläufer bilden und deshalb sein Überleben in schwierigen Zeiten und Standorten sichern können, wird als Heilpflanze schon Jahrhunderte lang verwendet. Seine Blätter unterscheiden sich nur wenig von denen der Weißen Pestwurz, die Blüten jedoch sind unverwechselbar. Der Huflattich gehört zu den ältesten Mitteln gegen Erkrankungen der Atmungsorgane, insbesondere bei Husten. Der botanische Name „Tussilago“ des Huflattichs leitet sich ab vom lateinischen Wort “tussis“, was Husten bedeutet. Seine Heilwirkung war bereits den antiken Römern bekannt.

Wenn man sich Schilderungen oder Bilder von den Auswirkungen der Pandemie Pest in den vergangenen Jahrhunderten vor Augen hält, dann kann man große Hoffnung haben, dass wir die derzeitige Pandemie zwar nicht mit Heilpflanzen, aber mit großer Disziplin, Zusammenhalt und modernen  medizinischen Maßnahmen eindämmen und besiegen können.

Autor: Anton Seifriedsberger
Datum: 20.03.2020
Saison: 19/20
Gebiet: Hohe Tauern

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