4. Hermann Buhl-Gedächtnisbiwak am Dachstein



Östlich des Niederen Gjaidsteins (2.482 m) auf ca. 1.900 m bauten wir zum 4. Mal zum Gedenken an Hermann Buhl am Dachsteinplateau ein Schneebiwak.
Widrige Verhältnisse (50-70 km/h Wind am Krippenstein, white out, Lawinenstufe 3), aber es hat geklappt, guten Biwakplatz gefunden, dummerweise Ostwind. Haben zu 7. (!) in einem Biwak übernachtet (inkl. 2 Frauen am Internationalen Frauentag). :-)
Unser Biwakplatz war bei den Rumpler Seeleins auf knapp 1.900 m, unweit des weltberühmten Futbründls (siehe Karte). ;-)

Ein sehr naturnahes Abenteuer ist es klarerweise auch, es geht mir aber in erster Linie um Bewusstseinsbildung - Bewusstseinsbildung - Bewusstseinsbildung.
Das Wissen, wie man ein Biwak baut, ist sehr wertvoll und baut auch das Selbstbewusstsein auf - wer noch nie eines gebaut hat, wird sich auch im Notfall dabei schwer tun (und deshalb unbedingt zur Hütte oder ins Tal wollen).
Hinweis: Der Zeitbedarf für den Bau eines Panzerknacker-Iglus/Panzerknacker-Biwaks ist höher als vielfach in den Köpfen und der Literatur verankert: 2-3 Stunden (eher 3)inklusive Innenausbau: kuppelförmige Decke (damit das Schmelzwasser seitlich herunterrinnen kann) Decke glätten (Antitropfschutz).
Ein weniger komfortables Schachtbiwak kann in 30-45 Minuten fertig sein, und ist im Notfall auch gut genug, um uns vor dem tödlichen Wind zu schützen.
ABER: Ein Panzerknacker-Iglu/Panzerknacker-Biwak funktioniert sowohl bei Abwesenheit von Wechten, bei geringer Schneehöhe, als auch bei schlechtem (=lockerem) Schnee und bietet einen optimalen Schutz.
Also im Notfall lange genug vor der Dämmerung die Entscheidung treffen, dass ein Notbiwak jetzt die beste Wahl ist.

Ich habe am stürmischen Samstag bei der Kaserne Oberfeld 3 Deutsche, die zur Simonyhütte wollten (Trägerweg) beim 2ten (Rettungs-)Versuch zur Gjaidalm geschickt. Keine Gebietskenntnisse, keine Navigationshilfen, keine Ahnung. :-(   :-(   :-(

Unglück am Dachstein mit 5 Toten: Schlimm, aber auch nicht nur Pech....
Beim zu 98% flachen Zustieg zum Biwakplatz habe ich 1 x Abstand verordnet, es war lokal enorm viel Triebschnee (ca. 90% verblasen, 10% Neuschnee). 

https://tirol.orf.at/stories/3038007/
Achja, und alle Gaskocher in der Nacht konsequent aus dem Biwak rauszuschmeißen, war eine sehr gute Entscheidung.....
Der Sonntag war traumhaft. - Alpenträume statt Albträume!

Thomas Pflügl
Alpenverein Freistadt, Landesalpinreferent OÖ

Autor: Pflügl Thomas
Datum: 07.03.2020
Saison: 19/20
Gebiet: Dachstein

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Markus Riedl19.03.2020

O mei Mex, moanst wirklich, daß heavy-biwaking in da heitigen Spassgaudisuper-Mentalität moi Mode werd? Nach oam unfreiwilligem Schneeloch-event in de 80er auf da HauteRoute war i froh, daß am Tag danach der Himme blau war (Gaudi wars koane); bin mir sicher, daß das Buhl- Biwak am Dachstoa nicht viel (keine) Nachahmer inspiriert.   ;-)   Mei Meinung: intressanter Beitag, 

Xund bleim, Leidl

 

mex meissnitzer13.03.2020

Servus Thomas,

danke für deine sachlich rückmeldung auf meine harsche kritik an diesem beitrag.

ich bin keine spassbremse und sogar sehr juxaffin, aber bei diesem beitrag eben nicht.

ich habe grundsätzlich kein problem mit winterbiwaks, schon selber gemacht, aber in naturschutzgebieten als "naturnahes abenteuer zur bewusstseinbildung" hier als anleitung reingestellt, sorry dafür fehlt mir das verständnis...

aber wie auch immer, in zeiten von COV vielleicht sogar bald schon eine form der alpinen quarantäne, ich sehe Sie eh schon, wie die schwammerl rausschiessen, die panzerknacker_biwaks im hochgebirge...

lieber gruss zurück

mex

 

Thomas Gröer12.03.2020

Lieber Mex,

 

ich weiß nicht, ob Du Dich da nicht ein wenig verrannt hast.

Sachliche Kritik an Einträgen steht natürlich jedem frei und sollte meines Erachtens auch hochwillkommen sein, aber diese kategorische Ablehnung eines Beitrags find ich doch übers Ziel hinausgeschossen.

 

Jeder Beitrag hier hat seine Berechtigung, und wenn es Dir nur um Spaßbeiträge geht, dann hättest Du schon bei einigen in diesem Forum wehement opponieren müssen - weswegen also diese Ablehnung hier? Geht mir nicht ein, Entschuldigung.

 

Ich bin froh, dass wir hier keine Tourenpolizei haben, die eintragswürdige Beiträge kritisch beurteilt, bevor eine Freigabe erteilt wird. Ich möchte nicht vor jedem Eintrag denken müssen, ob der den hohen Ansprüchen genügen könne. Schau Dir meine Touren an, sind die alle von hohem Wert? Aber ein bisschen Information und Unterhaltung ist sicherlich immer dabei. Und jeder Leser hat auch immer noch die Wahl, sie komplett zu ignorieren. Damit muss jeder leben, der sich hier präsentiert.

 

Ich muss zurückdenken an den Bericht eines holländischen Bergfreunds, der wegen seiner Winterbesteigung der Bischofsmütze in diesem Forum derart verissen wurde, dass er diesen zurückzog. Das fand ich traurig und das muss auch nicht wieder sein.

 

Ich bin da ganz bei Florian und Uta: Respekt, Toleranz, Vielfalt und Leben und Leben lassen stehen für dieses Portal. Das sollte auch so bleiben.

 

Liebe Grüße

Thomas

 

Florian Wallner12.03.2020

Ich seh das so wie Uta. 

Leben und Leben lassen. Tut ja keinem weh, ist ein schönes Bergerlebnis und ein Schneebiwak wird besser mal ohne Not geübt. 

 

Ist übrigens - zurecht! - auch Teil der Bergrettungsausbildung. 

mex meissnitzer12.03.2020

nein, entschieden nein !

die überbordende mentalität ==> alles was nicht explizit verboten ist, ist erlaubt finde ich oft grenzwertig,  seis drum, ich will kein richter sein... aber das ein alpinreferent des AV das hier breit seine juxveranstaltung postet ist -vorbildwirkend- völlig daneben, abgesehen von der verfehlung des ausgelobten themas > von biwakbauen steht da -auch sehr weit interpretiert- gar nix auch nicht in :

Satzung

"Es ist Zweck des Vereines, das Bergsteigen, alpine Sportarten und das Wandern zu fördern und zu pflegen (...), die Schönheit und Ursprünglichkeit der Bergwelt zu erhalten, die Kenntnisse über die Gebirge zu erweitern und zu verbreiten und dadurch auch die Liebe zur Heimat zu pflegen sowie die Wissenschaft und Forschung in diesem Bereich zu fördern. Er ist dem alpinen Natur- und Umweltschutz verpflichtet." - Satzung des Österreichischen Alpenvereins, § 2 (1)

 

 

 

uta Philipp zu Hermann Buhl...12.03.2020

Bitte etwas mehr Respekt und Toleranz, dies ist doch ein interessanter Beitrag. Gerade die Vielfalt macht das Tourenportal interessant! Das Wechtenfoto ist sehr viel aussagekräftiger und hat die gleiche Berechtigung, hier veröffentlicht zu werden, wie Berichte, wo der Protagonist sich mehrmals im tollen Abfahrtsrausch mit Goproselfies verewigt. Und das alles gehört hier her.

 

mex meissnitzer12.03.2020

sorry, aber dein bericht ist eine ziemliche themenverfehlung >>

Die Absicht des Fotowettbewerbes besteht darin, dass Touren- und Variantenfahrer aussagekräftige Fotos mit Texten von Skitouren und Freerides im Salzburger Land und dem nahen und ab und zu auch ferneren Umland schießen und diese per Web-Interface allen anderen Usern zur Verfügung stellen. Die Bilder und Texte sollen die aktuelle Lawinen- und Schneesituation und die allgemeinen Verhältnisse wiedergeben bzw. relevante Inhalte vermitteln. Eine verständliche Erklärung zu den örtlichen Verhältnissen bei den einzelnen Bildern ist für alle Tourengeher sehr hilfreich.

was kommt als nächstes > eistauchen vom weißensee, schneemannbauen auf der marbacherhöhe,

schneegrillen am hocheiser....

das der alpenverein so einen sch... postet, echt ned war. 

 

 

 

Andreas Zauhar zu Hermann Buhl...12.03.2020

Servus Thomas,

 

sicher eine gute Sache, wenn man das fürn Notfall kann. Allerdings beißt sich da Katze in Schwanz: Ein Gaudi-Biwak, wie es bei Euch war, ist ja in A und D eigentlich verboten, oder? Gibt es da für den AV Sondergenehmigungen?

Kritisch sehe ich Deinen Bericht vor allem hinsichtlich unserer Trendsport-Internet-Community, die schnell mal überall nachrennt und viel nachmacht.

 

Grüße aus Bayern, Andi