Spirzinger (2066 m)



Klirrende Kälte am Weg neben dem Pleißlingbach und in den ersten, noch schattigen Kehren des großzügigen Schlages, der noch einiges an Schnee vertragen würde.  An den Hütten der Hafeichtalm vorbei führt eine angenehme Spur in die NW-Flanke zwischen Spatzeck und Spirzinger, die aber ab etwa halber Höhe mit Triebschnee zugeweht ist.  Je nach Schneemächtigkeit ist bei geringerer Schneehöhe eine Schwimmschnee-Schicht deutlich im Untergrund zu erspüren.  In Gratnähe hat der Wind eine alte Schmelzharsch-Schicht freigelegt, die auch mit der Stockspitze kaum zu durchstoßen ist.  Wenige Meter bis zum Gratrücken erfordern sauberes Aufsetzen der Ski.  Kurz über den Gratrücken bis zum Gipfelkreuz  -  von der Seite der Südwiener Hütte kommen gefühlte Hundertschaften herauf!  Die beim Anstieg gewonnenen Einsichten in die NW-Mulde machen die Wahl der Abfahrts-Spur leicht.  Aber auch hier sind die ersten 30 Höhenmeter bockharter Schmelzharsch - da muss das "Setup" schon passen ...  Was folgt ist schönster Pulver, in dem auch die paar alten Spuren keineswegs stören.  Bis zur Hafeichtalm sonniges Ausschwingen - wobei auch hier der Wind für unterschiedliche Schnee-Mächtigkeit gesorgt hat.  Einige Steine warten darauf, noch "freigelegt" zu werden ...  Während offensichtlich etliche Abfahrer auch wieder der flachen Anstiegsspur entlang auf der Forststraße abgefahren sind, probiere ich die steilere direkte Variante hinunter auf die freie Schlagfläche.  Trotz bewusst recht flach geführter Ski spüre ich mehrfach den Untergrund bei meinen vorsichtigen Schwüngen.   Zu meinem Glück waren die paar Sharks jedoch mehrheitlich hölzern, meine Skikanten bleiben unversehrt.

Autor: Albrecht Seer
Datum: 30.12.2019
Saison: 19/20
Gebiet: Radstädter Tauern

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