Lugauer



Von allen Anstiegen auf das „Steirische Matterhorn“, jene von fast allen Gipfeln in den Niederen Tauern beim Blick in Richtung Osten so markante Steilflanke, die sich unter den Gesäusebergen noch einmal abhebt, ist jener durch den Hartelsgraben sicher der spektakulärste.

Wegen seiner imposanten Fels- und Wasserszenerien und des Schluchtwaldes gilt er für sich als ein Naturjuwel. Ab 1892 ließen die Steiermärkischen Landesforste eine Holzbringungs-Straße zur Enns herab bauen, als erste Gebirgsforststraße der Monarchie. Besonders bewundernswert sind die Trockensteinschlichtungen, die durch Fachleute aus Friaul/Venetien errichtet wurden. Sie halten allen Lawinen seit 120 Jahren stand.

Und diese Lawinen können schon übermächtig sein. Gewaltige Kegel gilt es derzeit zu überwinden und diese können nach klarer Nacht schon ganz schön hart sein. Steigeisen im Gepäck können da schon ganz schön hilfreich sein; auch später am Gipfelgrat, wenn man sie schon mit hat. Bis dahin muss man aber 1.700 Hm ausgehend von der Gesäusebundestraße neben der Ennsbrücke bei der Einmündung des Hartelsgrabens überwinden.

Der Lohn des frühen Aufbruchs – ganz schön „zach“ am Tag der Zeitumstellung auf Sommerzeit – ist dann aber eine Firnabfahrt über die markante Lugauerplan zum optimalen Zeitpunkt um Mittag.

Und die ausgeaperten ca. 200 Hm ganz unten genießt man üblicherweise erst während des Abstiegs – wieder mit aufgepackten Skiern - wegen den stürzenden Wässern zwischen den mächtigen Felsblöcken sowie dem Schluchtenwald, mit seinen teilweise unglaublichen Standorten auf hohen Felsen, die Wurzeln diese umschlingend, wegen der blühenden Frühlingsboten am Wegrand, wie Schneerosen und Leberblümchen und wegen einer grandiosen, zu Ende gehenden Skitour.

Autor: Schitter Franz
Datum: 31.03.2019
Saison: 18/19
Gebiet: Gesäuseberge

Neuen Kommentar hinzufügen
Peter Übleis02.04.2019

danke Franz für die Info, hab die Tour auch schon sehr lang am Plan, da werd ich wohl noch länger warten müssen (Kammerl kenn ich bereits), lg Peter

Schitter Franz02.04.2019

Griaß di, Peter!

Wenn du die Nordflanke des Zeiritzkampel hättest fahren wollen, dann bin ich bei dir. Die geht aber sowieso nur bei besten Verhältnissen. Und auf die haben wir auch gefühlte 15 Jahre gewartet, bis wir sie vor einem Monat befahren haben.

Die Standard Anstiegsroute durch das Kammerl  - wie wir sie auch gegangen sind schaut aber noch ganz gut aus.

Für die Abfahrt solltest du aber ab knapp oberhalb der Kammerlalm jedenfalls auf den langen Forstweg (anfangs kurz ansteigend) westseitig  am Schlagriedel hin zum Melkboden ausweichen. Der führt um den halben Berg herum zurück zum Ausgangspunkt. Ist aber stellenweise flach - Ski waxeln!  Die Abfahrt durch den dichten steilken Wald ist sicher mühsam.

Peter Übleis zu Zeiritzkampel02.04.2019

Hallo Franz, gut zu wissen - wollte ich demnächst gehen - sieht aber nimmer so animierend aus.