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Lagebericht
Sa. 22.02.2020
update 21.02.20 16:41 (Claudia Riedl)

Im sehr bis extrem steilen Gelände aufpassen

Nachmittag

Vormittag

Die Verhältnisse sind unter Berücksichtigung lokaler Gefahrenstellen überwiegend günstig. Der frische Triebschnee kann insbesondere mit großer Zusatzbelastung im nord- und ostseitigen Gelände als kleines bis mittleres Schneebrett ausgelöst werden, meist fehlt jedoch die Schwachschicht. Die Anzahl der Gefahrenstellen nimmt mit der Höhe zu. Windgeschützt gibt es feinen Pulver auf harter Unterlage, windexponiert ist alles abgeblasen.

Gefahrenbeurteilung

Die Lawinengefahr ist in den Nordalpen und den Hohen Tauern ab etwa 2000 MÄßIG, sonst GERING.
Gefahrenstellen durch frischen Triebschnee gibt es vor allem im kammnahen nord- und ostseitigem Steilgelände und in eingeblasenen Rinnen. Eine Auslösung kleiner bis mittlerer Schneebretter ist insbesondere mit großer Zusatzbelastung möglich. Die Anzahl der Gefahrenstellen, die Auslösebereitschaft und die Bruchfortpflanzung nimmt mit der Höhe (ab etwa 2600 m) zu.
In den Nordalpen und den Hohen Tauern können vereinzelt bei einer oberflächlichen Auslösung auch tiefer liegende Schwachschichten angesprochen werden und Lawinen dadurch größere Ausmaße annehmen.
Spontane Lawinen: Mit der Sonneneinstrahlung und der Tageserwärmung können sich aus sehr bis extrem steilen Gelände kleine, trockene Lockerschneelawinen lösen. Außerdem sind einzelne Gleitschneelawinen (bis Größe 2) aus steilen Grasmatten bis etwa 2300 m hinauf möglich.

Schneedeckenaufbau

Die Schneedecke ist verbreitet gut gesetzt und trägt an der Oberfläche Harschdeckel mit 2 cm bis 30 cm (verbreitet um die 10 cm) in windgeschützten Lagen lockerem Pulverschnee (plus Graupel) oder frischem Triebschnee darauf. Windexponiertes Gelände ist komplett abgeblasen. Am meisten Neuschnee ist am Mittwochabend in den Hochlagen der Hohen Tauern gefallen, am wenigsten in den Nockbergen. Nur schattseitig in hohen und hochalpinen Lagen gibt es auch älteren Pulverschnee als Unterlage. Schwachschichten aus kantigen Kristallen im Altschnee sind meist nur schwer auslösbar.

Alpinwetter der ZAMG Salzburg

Am Samstag herrscht sonniges Bergwetter mit freien Gipfeln und guter Sicht. Ab und zu können hohe Schichtwolken weit über Gipfelniveau durchziehen. Der Wind ist meist schwach, nur hochalpin ab ca. 2700m aufwärts weht zeitweise noch straffer Nordwestwind mit 40 km/h oder mehr. Es wird tagsüber deutlich wärmer. In 2000 m steigen die Temperaturen von 0 auf +6 Grad, in 3000 m von -5 auf -1 Grad.
Am Sonntag sind die Nordalpen benachteiligt. Dort sind die Gipfel im Nebel, starker bis stürmischer Wind dreht auf (70 km/h) und am Nachmittag kann es leicht regnen und schneien (Schneefallgrenze um 2000m oder darüber). Inneralpin und am Alpenhauptkamm ist die Sicht deutlich besser, nach Süden hin auch mit der Chance auf Sonnenfenster. Am Besten ist das Bergwetter südlich der Tauern. In 2000m +3 Grad, in 3000m -2 Grad.

Tendenz

Am Sonntag wenig Änderung, die nächste markante Kaltfront folgt in der Nacht von Sonntag auf Montag.





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