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Lagebericht
Sa. 15.02.2020
update 14.02.20 16:43 (Bernhard Niedermoser)

MÄSSIGE (2) Triebschneesituation oberhalb der Waldgrenze

Nachmittag

Vormittag

Unter Beachtung möglicher Gefahrenstellen herrschen günstige Verhältnisse. Älterer Triebschnee der Wochenmitte ist mit großem Zusatzimpuls an einzelnen Stellen noch auslösbar (Nord- und Ostsektor, sehr steil, Übergänge von wenig zu viel oder schneearm). Frische Triebschneeschollen vom Freitag sind leichter auslösbar, aber von der Menge her kaum relevant. Häufig dominieren windgepresste oder harte Flächen. Spontane Lockerschneelawinen aus dem felsdurchsetzten Sonnengelände (klein, mittelgroß).

Gefahrenbeurteilung

Die Lawinengefahr ist oberhalb der Waldgrenze MÄßIG (2), darunter GERING (1)

Ein kleines Gefahrenmoment geht von frischen, sehr kleinen und dünnen Triebschneeschollen aus, die im sehr steilen Gelände zwar auslösbar sein können, aber von der Schneemenge so gering bleiben, dass kaum ein Verschüttungsrisiko besteht (evtl. Absturzrisiko).

Etwas Aufmerksamkeit verdient noch der alte Triebschnee der Vortage: Dieser ist inzwischen so gut verfestigt, dass er nur an wenigen Stellen, etwa am Rand der Triebschneepakete und vereinzelt im sehr steilen und schneearmen Nordsektor, auslösbar sein könnte. Zur Auslösung bedarf es dazu meist einen großen Zusatzimpuls (Sturz, keine Abstände, zu Fuß).

Spontane Lawinen: Erwärmung und Strahlung führen zu kleinen und mittelgroßen Lockerschneelawinen aus dem extrem steilen und felsdurchsetzten Gelände.

Schneedeckenaufbau

Der Freitag brachte nur wenig Neuschnee, meist nur 5 bis 10cm. Der geringe und kalte Neuschnee wurde mit starkem West/Nordwestwind verblasen, bildete aber nur minimale Triebschneepakete die nicht besonders störanfällig sind. Die älteren Triebschneepakete von Freitag (Südföhn) und Mittwoch/Donnerstag (Weststurm) sind, so zeigen es die Stabilitätstest und Sprengversuche nicht leicht oder gar nicht mehr auslösbar.

Mit der Erwärmung bekommt der letzte Neuschnee einen kleinen Setzungsimpuls.

Alpinwetter der ZAMG Salzburg

Am Samstag tolles Bergwetter mit freien Gipfeln und sehr guter Fernsicht. Die Luftfeuchtigkeit ist sehr gering. Weit über Gipfelniveau ziehen dünne und hohe Wolken durch. Kaum Wind. In 2000m hat es 0 bis 4 Grad, in 3000m um -1 Grad.

Der Sonntag wird ein sonniger und vor allem ein sehr milder Bergtag! Die Temperaturen klettern in 2000m auf rekordverdächtige +9 Grad, in 3000m auf +2 Grad. Die Luftfeuchtigkeit bleibt daher sehr gering; dadurch bleibt der Schnee im Schatten kalt und die Fernsicht reicht weit. Direkt am Alpenhauptkamm weht mäßig starker Südwind mit 40 km/h.

Tendenz

Am Sonntag verbreitet günstige Verhältnisse mit leichtem Tagesgang sonnseitig durch die hohen Temperaturen. Risiko für Triebschneeauslösungen (trockene Lawinen) geht weiter zurück.





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