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Lagebericht
Do. 23.01.2020
update 22.01.20 17:32 (Bernhard Niedermoser)

Günstige Bedingungen. Auf ältere Triebschneepakete im Nordsektor sollte man achten

Nachmittag

Vormittag

Schattseitig schöner Pulver, sonnseitig meist fahrbare Schmelzharschkruste und hochalpin ein schnittiger Winddeckel für gute Skifahrer. Gefahrenmomente gehen vom älteren Föhn-Triebschnee aus, der insbesondere in den Hohen Tauern und tlw. in den Nordalpen bei großer Belastung auslösbar sein kann. Abseits vom letzten Windeinfluss, der gut erkennbar ist, bleibt die Lawinengefahr gering.

Gefahrenbeurteilung

Die Lawinengefahr ist in den Hohen Tauern und Nordalpen ab ca. 2200 m aufwärts MÄßIG (2). Überall sonst und abseits vom Windeinfluss überwiegend GERING (1).

Das Hauptaugenmerk gilt jenen, noch gut erkennbaren Triebschneepaketen, die in der Nacht auf Dienstag im Nordsektor (kammnah und kammfern) abgelegt wurden. Betrifft vor allem die Hohen Tauern und teilweise auch die Nordalpen (Tennengebirge Nord und Hochkönigmassiv). Dort sind insbesondere ab 2200 m bei großer Zusatzbelastung noch einzelne größere Schneebretter auslösbar. Aufpassen bei Übergängen von wenig zu viel Schnee und in scheinbar schneearmen Zonen.

Abseits des Alpenhauptkamms sollte man im kammnahen Gelände auf meist kleinräumige Triebschneeansammlungen achten (NW-O-SW). Diese kann man im sehr steilen kammnahen Gelände als Triebschneeschollen oder kleine Schneebretter abtreten. Das Absturz- bzw. Mitreißrisiko überwiegt.

Spontane Lawinen: kleine Lockerschneelawinen aus felsdurchsetztem Steilgelände sind mit der Sonneneinstrahlung möglich.

Schneedeckenaufbau

Die Störanfälligkeit des letzten Triebschnees (Föhn in der Nacht auf Dienstag) geht weiter zurück. Am Mittwoch waren nur noch einzelne Sprengversuche erfolgreich. Abseits von diesem Windeinfluss gibt es eine gesetzte Neuschneeschicht auf einer durchwegs stabilen Altschneedecke, die kaum relevante Schwachschichten aufweist. Sonnseitig hat sich eine Schmelzkruste gebildet. Hochalpin und in windexponierter Zonen gibt es einen mehr oder weniger harten Windharschdeckel.

Alpinwetter der ZAMG Salzburg

Am Donnerstag scheint bei bester Sicht den ganzen Tag die Sonne. Der Wind bleibt schwach, erst am Nachmittag kann in den Tauern teils lebhafter Südwind wehen. Zu Mittag in 2000m um 4 Grad, in 3000m um -1 Grad.

Am Freitag scheint die Sonne vom blauen Himmel. Zum Abend hin ziehen dünne hohe Wolkenfelder über die Gipfel. Die Sicht ist sehr gut. Der Wind bleibt meist schwach, in den Tauern ist teils mäßig starker Südwind spürbar. In 2000m um 4 Grad, in 3000m um -1 Grad.

Tendenz

Weiterhin günstige Bedingungen. Die harten bzw. brüchigen Oberflächen werden nicht weniger. Etwas Vorsicht weiterhin vor älterem Triebschnee im Nordsektor (Übergang von wenig zu mehr und schneearme Zonen).





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