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Lagebericht
Di. 21.01.2020
update 21.01.20 10:01 (Bernhard Niedermoser)

Am Alpenhauptkamm und in oberen Bereichen der Nordalpen labiler Triebschnee. Sonst günstig

Nachmittag

Vormittag

[UPDATE wegen Windeinfluss Nordalpen]: Dort wo in der Nacht auf Dienstag der starker Föhn hinkommt ist die Schneebrettgefahr am Dienstag ERHEBLICH. Betrifft direkt den Alpenhauptkamm und die Hochlagen der Nordalpen (Nordsektor). Abseits vom Windeinfluss trifft man auf schönen Pulverschnee, der rein südseitig schon schwer wird. Aus dem besonnten Felsgelände sind durch die starke Erwärmung kleine Lockerschneelawinen zu erwarten (kleiner Tagesgang).

Gefahrenbeurteilung

Die Lawinengefahr ist in den Hohen Tauern direkt am Alpenhauptkamm bzw. in den Föhnschneisen ab ca. 2200 m aufwärts ERHEBLICH (3), ebenso in den Nordalpen ab 2300 m, in den Niederen Tauern und Grasbergen ab ca. 1800 m MÄßIG (2). Überall sonst und abseits vom Windeinfluss GERING (1).

In den Föhnschneisen der Tauern und in den Hochlagen der Nordalpen sind in der Nacht am Dienstag zahlreiche und teils umfangreiche Triebschneepakete entstanden. Im Nordsektor von den Radstädter Tauern bis ins Krimmler Tauerntal sowie in den Berchtesgadenern und im Nordsektor des Tennengebirges sind mittlere und teils größere Schneebretter teilweise schon durch eine Person auslösbar. Heikel ist insbesondere der Höhenbereich ab 2200 m aufwärts.

Abseits des Alpenhauptkamms sollte man im kammnahen Gelände auf weiche, meist kleinräumige Triebschneeansammlungen achten (NW-O-SW). Diese kann man im sehr steilen kammnahen Gelände als Triebschneeschollen oder kleine Schneebretter abtreten. Das Absturz- bzw. Mitreißrisiko überwiegt meist.

Spontane Lawinen: kleine bis mittlere Lockerschneelawinen aus felsdurchsetztem Steilgelände sind mit der Sonneneinstrahlung möglich. Ein kleiner Tagesgang innerhalb der Bandbreite der Gefahrenstufe.

Schneedeckenaufbau

Der letzte Neuschnee vom Samstag/Sonntag liegt auf einer durchwegs stabilen Altschneedecke, die kaum relevante Schwachschichten aufweist. Sonnseitig hat er bis 2000 m hinauf schon einen leichten Stich, sonst ist er bereits gesetzt und im Schatten noch schon pulvrig. Mit dem Föhn am Alpenhauptkamm sind labile Triebschneepakete im nordseitigen Lee entstanden, die auf einem kalten und lockeren Pulverschnee liegen. Sonst waren und sind Windeinfluss und Triebschneebildung gering. Mit der Erwärmung und intensiven Strahlung wird die Schneedecke südseitig erwärmt.

Alpinwetter der ZAMG Salzburg

In der Nacht auf Dienstag wehte unmittelbar am Alpenhauptkamm und in den Hochlagen der Nordalpen starker, teilweise auch stürmischer Südföhn mit 40 bis 60 km/. Sonst ist der Wind schwach.

Am Dienstag herrscht strahlend sonniges Wetter mit sehr trockener Luft und dementsprechend toller Fernsicht. Der Wind weht meist nur schwach, in der ersten Tageshälfte ist in den hochalpinen Lagen der Tauern noch etwas kräftigerer Südwind möglich. In der Höhe deutlich wärmer als an den Vortagen: In 2000m Temperaturen zwischen 2 und 4 Grad, in 3000m um -2 Grad.

Am Mittwoch strahlend sonnig mit ausgezeichneter Fernsicht. In 2000m um plus 4 Grad, in 3000m um -2 Grad. Im Lungau und in den Tauern kommt tagsüber etwas lebhafter Nordwestwind auf.

Tendenz

Am Mittwoch und Donnerstag gilt das Hauptaugenmerk den letzten Triebschneepaketen. Wobei die Auslösewahrscheinlichkeit abnimmt. Überall sonst und abseits vom lokalen Windeinfluss durchwegs sehr günstige Bedingungen.





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