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Lagebericht
Mi. 15.01.2020
update 14.01.20 17:56 (Michael Butschek)

Erwärmung und Föhn

Nachmittag

Vormittag

Entlang der Tauern frischer, überwiegend dünner, aber störanfälliger Triebschnee durch Südföhn. Gefahrenstellen kammnah, hinter Geländekanten und in Rinnen, speziell oberhalb der Waldgrenze. Im Tagesverlauf Anfeuchtung und oberflächlicher Festigkeitsverlust. Nasse Lockerschneelawinen aus stark besonntem Steilgelände sind möglich. Zudem einzelne Gleitschneelawinen aus extrem steilen Grasmatten und Felsplatten aller Expositionen.

Gefahrenbeurteilung

Die Lawinengefahr ist zunächst allgemein GERING und steigt im Bereich der Tauern tagsüber auf MÄßIG an.

Kleinräumige Gefahrenstellen für trockene Schneebretter gibt es in den Föhnstrichen der Tauern im erweiterten Nordsektor kammnah, hinter Geländekanten und in Rinnen. Sie sind leicht auslösbar und stellen in den meisten Fälle in erster Linie ein Absturzrisiko dar, können zum Teil aber auch mittlere Größe erreichen. Bei großer Zusatzbelastung ist im extrem steilen Gelände zudem am Übergang von wenig zu mehr Schnee vor allem im Nord- und Ostsektor eine Auslösung möglich.

Spontane Lawinen: nasse Lockerschneelawinen aus stark besonntem Steilgelände sowie Gleitschneealawinen (klein und mittelgroß) aus extrem steilen (über 40 Grad) Grasmattengelände oder aus Felsplatten. Kritischster Höhenbereich: 1800 bis 2500 m.

Schneedeckenaufbau

Die überwiegend gut gesetzte und kompakte Schneedecke verliert im Tagesverlauf bei milden Temperaturen und hoher Einstrahlung oberflächlich an Festigkeit. Zudem wird im Tauernbereich durch föhnigen Wind aus südlicher Richtung (wie bereits am Montag) dünner Triebschnee abgelegt. Rauhe, verharschte Oberflächen (brüchig bis eisig) dominieren, steil sonnseitig weicht der Schnee oberflächlich auf. Die Neigung zur Bruchausbreitung im Altschnee ist gering, störanfälliger sind die frischen Triebschneepakete. Sonst ist meist die Grenze zwischen warmem Boden und Schneedecke die einzige Schwachstelle.

Alpinwetter der ZAMG Salzburg

Am Mittwoch ist es unverändert sonnig und noch milder als zuletzt schon. Die Temperaturen betragen in 2000m 2 bis 8 Grad und in 3000m um 2 Grad. Entlang der Tauern frischt der Südföhn auf, 40 bis 60 km/h machen es vor allem direkt am Hauptkamm und in den klassischen Föhnstrichen ungemütlich frisch.
Am Donnerstag setzt sich das sonnige Bergwetter fort, es kühlt allerdings wieder spürbar ab. In 2000m hat es -2 bis +2 Grad, in 3000m um -3 Grad. Der Wind dreht tagsüber neuerlich auf Süd und frischt am Mittag in den Föhnstrichen der Tauern wieder auf.

Tendenz

Am Donnerstag geht durch die Abkühlung die Gefahr nasser Lockerschneelawinen wieder zurück. Beachtung verdienen die gut erkennbaren Triebschneepakete im Bereich der Tauern. Die Verhältnisse bleiben überwiegend günstig.





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