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Lagebericht
Di. 03.12.2019
update 02.12.19 17:20 (Michael Butschek)

Triebschnee in Rinnen

Nachmittag

Vormittag

In den Hochlagen stellt kleinräumiger Triebschnee bei Auslösung vor allem ein Absturzrisiko dar. In den Hohen Tauern sind zudem einzelne mittelgroße Gleitschneelawinen aus extrem steilen Grasmatten zw. 2000 und 2500m möglich. Ab Wochenmitte mit kräftiger Erwärmung Anfeuchtung und Nassschneeproblem in stark besonnten Steilhängen. UPDATE am Freitag, 06.12. bis 18 Uhr. Persönliche Beratung unter 0662 8042 2170

Gefahrenbeurteilung

Die Lawinengefahr ist in den Hohen Tauern MÄSSIG (2), sonst GERING (1). In der Osterhorngruppe ist Lawinenaktivität unwahrscheinlich.

In den Hochlagen der Nordalpen und Tauern gibt es dünne, kleinräumige Triebschneeschollen im Nordwest über Nord bis Süd schauenden Steilgelände- Der Triebschnee liegt bevorzugt in steilen Rinnen/Karen, die aufgrund der geringen Schneelage im Umfeld Wintersportler anziehen, aber als Gefahrenbereiche wahrzunehmen sind. Sie sind meist klein in der Fläche und nicht besonders mächtig, aber teilweise leicht auslösbar und stellen bei Auslösung insbesondere ein Absturzrisiko dar.

Ein zweites Gefahrenmoment bilden spontane Gleitschneelawinen aus extrem steilen Grasmatten: Am Alpenhauptkamm der Hohen Tauern sind insbesondere aus dem Höhenbereich von 2000 und 2500 m noch kleine und auch einzelne mittelgroße Gleitschneeausbrüche möglich, sonst nur sehr vereinzelt.

Schneedeckenaufbau

In tiefen und mittleren Lagen liegt nur wenig Schnee. Eine für Lawinen relevante Altschneeunterlage beginnt oberhalb von etwa 1500 bis 2000 m. Darauf liegen 5 bis 15 cm, im Bereich der Nordalpen auch um 20 cm Neuschnee. Oberhalb der Waldgrenze hat zuletzt vor allem am Sonntag entlang der Tauern stürmischer Südwind den Schnee gepresst, verweht und in Rinnen und Mulden als Triebschnee abgelegt. Die Unterlage ist dort gut gesetzter Altschnee, der oberhalb von ca. 2500 m eine unterschiedlich dicke Windharschkruste trägt. Die Neigung zur Bruchausbreitung auf dem lockeren Altschnee darunter ist gering und höchstens kleinräumig.
Eine Schwachstelle bleibt der Übergang zwischen Schneedecke und warmem Boden, was sich speziell im Tauernbereich in sporadischer Gleitschneeaktivität unterhalb etwa 2500 m niederschlägt.

Alpinwetter der ZAMG Salzburg

Am Dienstag ist die Sicht im Bereich der Nordalpen zunächst noch durch tiefe Bewölkung beeinträchtigt. Inneralpin startet der Tag schon recht sonnig. Spätestens am Nachmittag stellt sich auch im Norden freundliches Bergwetter ein. Der Wind weht meist schwach, nur im Hochgebirge teils lebhaft aus Nord. Temperaturen in 2000m zwischen -9 und -5 Grad, in 3000m zwischen -10 und -6 Grad.

Am Mittwoch spannt sich ein meist wolkenloser Himmel über die Berge. In tieferen Lagen können am Vormittag örtlich Nebelfelder stören, darüber ist die Fernsicht ausgezeichnet. Es weht schwacher bis mäßiger Wind aus Südost bis Süd. Temperaturen in 2000m zwischen 0 und 7 Grad, in 3000m um -1 Grad.

Am Donnerstag und Freitag setzt sich das stabile Wetter fort. Der Wind bleibt mehrheitlich schwach und Wolken stören kaum. Die Temperaturen bleiben mit 4 bis 8 Grad in 2000 m und einer Frostgrenze bei rund 3000 m ausgesprochen mild für die Jahreszeit.

Tendenz

Die Störanfälligkeit des Triebschnees geht allmählich zurück, das Gleitschneeprolem bleibt vor allem im Bereich der Hohen Tauern ein Thema. Zu beachten ist ab der Wochenmitte der tageszeitliche, oberflächliche Festigkeitsverlust der Schneedecke im stark besonnten Gelände. Spontan sind dann kleine und mittlere Nassschneelawinen möglich.

Eine Aktualisierung erfolgt am Freitag, den 06.12. bis 18 Uhr. Die Erstellung der täglichen Lageberichte beginnt mit dem allgemeinen Winterstart. Beratung in der LLB-freien Zeit: 0662 8042 2170.





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