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Lagebericht
Di. 16.04.2019
update 15.04.19 18:47 (Michael Butschek)

Günstig am Morgen, dann Festigkeitsverlust

Nachmittag

Vormittag

Im Lungau nach bewölkter Nacht von Beginn an MÄßIGES Nassschneeproblem. Sonst zunächst sehr günstig mit unterschiedlich tragfähigem Harsch und Firn. Ab Mittag vermehrt spontane nasse Lockerschneelawinen aus stark besonntem Steilgelände sowie Gleitschneelawinen aus steilen Grasmatten unterhalb etwa 2600m. Ganz vereinzelt sind in den Hohen Tauern auch große Abgänge, die exponierte Wege gefährden können, möglich.

Gefahrenbeurteilung

Die Lawinengefahr ist im Lungau von Beginn an MÄßIG, sonst zunächst GERING und steigt im Tagesverlauf auf MÄßIG an.
Für Wintersportler zu beachten ist die Möglichkeit einzelner Auslösepunkte für trockene Schneebretter oberhalb etwa 2600 m, insb. im erweiterten sehr steilen Nordsektor der Hohen Tauern. Sonst dominiert mit dem tageszeitlichen Festigkeitsverlust das Gleit- und Nassschneeproblem.
Gleitschneelawinen können zu jeder Tageszeit abgehen, die Wahrscheinlichkeit steigt jedoch ab Mittag deutlich an. Betroffen ist das extrem steile Grasmattengelände unterhalb von 1800 bis 2600 m. Sie können mittelgroß, in den Hohen Tauern vereinzelt auch noch groß werden und exponierte Wege erreichen. Mit Einstrahlung und Erwärmung steigt zudem die Gefahr oberflächlicher Neuschnee- bzw. Nassschneelawinen (überwiegend klein) an. Diese können spontan aus dem felsdurchsetzten Steilgelände abgehen oder vom Wintersportler ausgelöst werden.

Schneedeckenaufbau

Diffuse und direkte Strahlung haben am Montag sonnseitig den Neuschnee vom Wochenende bzw. die Schneeoberfläche angefeuchtet. Nördlich der Tauern ist die Oberfläche nach einer klaren Nacht zum Teil tragfähig verkrustet. Im Lungau war der Festigkeitsgewinn durch tiefe Wolken bzw. direkt am Tauernhauptkamm durch föhnigen Südwind eingeschränkt. Strahlung und ansteigende Temperaturen lassen die Schneeoberfläche tagsüber aufweichen, der Schnee wird je nach Höhenlage und Exposition unterschiedlich rasch tief. Unter 2300 m ist die gesamte Altschneedecke im Inneren feucht und 0-Grad-isotherm. Das Gleiten der Schneedecke vom Boden weg auf sehr steilen Grasmatten hält an.
Hochalpin: Mehr Kältereserve gibt es im erweiterten Nordsektor und generell ober 2600 m. Unter dem Neuschnee von letzter Woche könnte sich kleinräumig (Nordsektor, insb. Hohe Tauern) ein schwaches Altschneeproblem entwickelt haben (Kalt-auf-Warm).

Alpinwetter der ZAMG Salzburg

Am Dienstag präsentiert sich das Bergwetter bis in den Nachmittag hinein recht sonnig. Tagsüber entstehen Quellwolken, welche die Tauerngipfel zeitweise einhüllen. Lokale Regenschauer sind gegen Abend im Pinzgau möglich, zusätzlich ziehen hohe Wolken auf. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Südost bis Südwest. In 2000m um 3 Grad, in 3000m um -6 Grad.
In der Nacht ziehen vorübergehend hohe Wolkenfelder durch, der Wind weht meist nur schwach.
Am Mittwoch ziehen am Vormittag noch einige hohe Wolken durch, sonst überwiegen aber ein sonniger Wettercharakter und trockene Verhältnisse. Über den Berggipfeln entstehen am Nachmittag Quellwolken. Bei dunstigen Verhältnissen ist die Sicht meist gut. In 2000m 2 Grad, in 3000m um -5 Grad.

Tendenz

Am Mittwoch tageszeitlicher Anstieg der Gefährdung, wobei der Festigkeitsverlust rascher erfolgen dürfte als am Dienstag. Günstige Verhältnisse findet, wer früh dran ist.





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