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Lagebericht
Fr. 15.03.2019
update 15.03.19 7:10 (Claudia Riedl)

Triebschnee und Nassschneeproblem

Nachmittag

Vormittag

Ein ungünstiger Tag für Unternehmungen im freien Gelände. Neuschnee (20 cm bis 60 cm) und Wind bildeten in der Nacht auf Freitag frischen störanfälligen Triebschnee ab der Waldgrenze. Am Freitagnachmittag und -abend geht der Schneefall bis etwa 2000 m hinauf allmählich in Regen über: In mittleren Lagen sind dann oberflächliche Nassschneelawinen und Gleitschneelawinen zu erwarten. In hohen Lagen sind mit der Erwärmung und dem Setzungsimpuls spontane Lockerschneelawinen möglich.

Gefahrenbeurteilung

Die Gefährdung durch Lawinen ist ERHEBLICH: Es reicht bereits das Gewicht eines einzelnen Wintersportlers um ein Schneebrett (das gefährlich groß werden kann) auszulösen. Die Sprengerfolge am Morgen waren meist sehr gut. Die meisten Gefahrenstellen befinden sich kammnah ab der Waldgrenze im Nord- und Ostsektor. Mit zunehmender Höhe sind auch die Südseiten betroffen. Unternehmungen im freien Gelände erfordern Erfahrung.

SPONTANE LAWINEN: Mit der Erwärmung und dem Regen ab dem Nachmittag gehen vermehrt nasse und trockene Lockerschneelawinen ab, auch einzelne Schneebretter sind möglich. In tiefen und mittleren Lagen nimmt die Gleitschneelawinenaktivität mit dem Regen deutlich zu.

Schneedeckenaufbau

In der Nacht zum Freitag fielen 20 cm bis 60 cm Neuschnee. Dazu wehte ab der Waldgrenze kräftiger Wind aus West bis Nordwest. Als Schwachschicht für Schneebretter dient der lockere Schnee der Vortage. Am Nachmittag und Abend kommt es mit der Erwärmung zu einem deutlichen Setzungsimpuls. Die Altschneedecke ist sehr kompakt.

Alpinwetter der ZAMG Salzburg

Die Berge stecken heute, Freitag, meist in dichten Wolken, am ehesten können die Wolken im Lungau am Vormittag etwas auflockern. Am Vormittag ziehen ein paar Schneeschauer durch, am Nachmittag schneit und regnet es länger anhaltend und ergiebig (20 bis 30 l/m²). Dabei steigt die Schneefallgrenze deutlich an. Zeitweise kann es bis in Höhen von 1700 m bis 2000 m regnen. Der Wind weht oberhalb der Waldgrenze zeitweise mit Böen von 40 bis 60 km/h aus westlicher Richtung, im Hochgebirge zeitweise Böen über 80 km/h. In 2000 m steigt die Temperaturen von -6 auf -1 Grad, in 3000 m von -13 auf -6 Grad.
Morgen, Samstag, ist die Sicht bis Mittag durch Wolken und Nebel vorerst noch eingeschränkt. Östlich vom Steinernen Meer und der Glocknergruppe kann es zeitweise leicht regnen oder schneien, Schnee fällt erst oberhalb von 1500 m bis 1800 m. Ab Mittag lockern die Wolken auf und lassen zunehmend die Sonne scheinen. Der Wind ist in den Hochlagen anfangs noch stürmisch, lässt tagsüber aber nach. In 2000 m 0 bis 4 Grad, in 3000 m -6 bis -2 Grad.

Tendenz

Am Samstag voraussichtlich MÄßIGE Lawinengefahr. Ab etwa 2400 m Triebschneeproblem vor allem nord- und ostseitig. In mittleren Lagen leichter Tagesgang: oberflächiche Nassschneelawinen und Gleitschneelawinen.





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