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Lagebericht
Di. 12.02.2019
update 12.02.19 7:05 (Bernhard Niedermoser)

STURM u. ERHEBLICHE Triebschneesituation (3), einzelne spontane Lawinen

Nachmittag

Vormittag

Kalter und umfangreicher Triebschnee liegt in Rinnen, Mulden, am Waldrand, in Waldschneisen und in kammfernen Leehängen. Neuschneemengen bis 50 cm. Die Triebschneepakete sind im Steilen teilweise schon durch eine Person auslösbar. Heikel sind vor allem Nord- und Osthänge ab dem lichten Waldrand, mit zunehmender Höhe aber auch stark eingewehte Südhänge. Trotz der Kälte sind einzelne, auch größere Gleitschneeabgänge möglich.

Gefahrenbeurteilung

Die Möglichkeiten sind stark eingeschränkt und verlangen Zurückhaltung. Die Lawinengefahr ist ab dem lichten Waldbereich (meist ab ca. 1300/1600m) verbreitet ERHEBLICH. Trockene Schneebretter lassen sich im Steilen bereits durch den Impuls einer Person auslösen. Schneebretter können mittel bis groß werden mit Anrißhöhen um 50 bis 100cm.

Gefahrenstellen sind weit verbreitet. Heikel sind insbesondere kammferne Steilhänge der Richtungen NW-NO-Süd, steile Geländekanten, die steilen Ränder von Gräben und Rinnen. Vereinzelt können sich aus Felsbereichen und stark beladenen Hängen trockene Schneebretter von selbst lösen, die durch den Staubanteil größere Reichweiten bekommen können.

Gleitschneeaktivität: Einzelne Gleitschneelawinen aus sehr steilem Grasmattengelände sind spontan möglich. Diese können mittel bis groß werden.

Schneedeckenaufbau

Die vergangenen 30 Stunden brachten 30 bis 50 cm Neuschnee, tagsüber kommen noch 10 bis 20 cm dazu. Das Ganze wurde und wird mit dem Sturm massiv verfrachtet. Der Windeinfluß reicht runter bis in tiefe Lagen. Den umfangreichsten Triebschnee findet man am Waldrand, windexponierte Hochlagen sind abgeweht. Sprengversuche und Stabiliätstests zeigen, dass das kalte Neuschnee/Triebschneepaket im Übergang zum Altschnee und im lockerem Neuschnee selbst störbar ist. Die Störanfälligkeit ist dabei höhen- und richtungsabhängig.

Die Altschneedecke darunter hat in den obersten 50 cm zwar einige schwache Schichten eingelagert, die aktuell nur schwer auslösbar sind. Der Rest darunter ist abgesehen vom Boden (Gleitschnee) stabil.

Alpinwetter der ZAMG Salzburg

Heute dominieren Nebel, eisige Kälte und Sturm. Sonnige Auflockerungen und gute Sicht gibt es nur im Lungau nach Süden hin, also in den Nockbergen. Die Neuschneemengen sind heute geringer als gestern, in Summe kommen bis zum Abend noch 10 bis max. 20 cm dazu. Der Nordwestwind stürmt verbreitet mit 60 bis 70 km/h, direkt am Alpenhauptkamm und im Lungau bis 100 km/h. Kalt: In 2000m hat es -12 Grad, in 3000m -19 Grad.

Am Mittwoch stecken die Berg abseits der Nordalpen vorerst noch in Restwolken. Im Lauf des Tages lockern die Wolken auf. Am Nachmittag kommt zunehmend die Sonne zum Vorschein, am längsten bewölkt bleibt es in den Nordalpen. Der Wind lässt insgesamt nach, ist in den Hochlagen aber noch lebhaft. Frostabschwächung: In 2000m hat es um -5 Grad, in 3000m um -9 Grad.

Tendenz

Die Störanfälligkeit nimmt nur langsam ab. Der kalte Triebschnee braucht noch ein bisschen Zeit. Am Mittwoch gibt es noch verbreitet eine ERHEBLICHE Triebschneesituation (3) ab der Waldgrenze.





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