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Lagebericht
Mo. 11.02.2019
update 11.02.19 7:02 (Bernhard Niedermoser)

ERHEBLICHE Triebschneesituation (3), einzelne große Gleitschneelawinen weiter möglich

Nachmittag

Vormittag

Dem nächtlichen Sturm und Temperatursturz folgen im Tagesverlauf 30 bis 40 cm kalter Neuschnee mit Sturm aus West bis Nordwest. Anwachsender Neuschnee und Triebschnee liegen vor allem im Nordsektor auf einer ungünstige Unterlage (teilweise mit Reif). Auch im eingewehten Südsektor ist die Verbindung zum milden Altschnee meist schlecht. Schneebretter lassen sich leicht auslösen! Trotz der Abkühlung sind noch einzelne, auch größere Geleitschneeabgänge möglich.

Gefahrenbeurteilung

Die Situation hat sich markant geändert. Nach den sehr günstigen Skitourentagen sind die Möglichkeiten heute stark eingeschränkt. Die Lawinengefahr nimmt am frühen Vormittag rasch zu und wird ab der lichten Waldgrenze (meist ab ca. 1400/1600m) verbreitet ERHEBLICH. Trockene Schneebretter lassen sich dort leicht auslösen, schon der Impuls einer Person kann ausreichen.

Gefahrenstellen sind weit verbreitet. Heikel sind kammnahe und kammferne Steilhänge in den Richtungen NW-NO-Süd, steile Geländekanten und Rinnen.

Unbeeindruckt von der Abkühlung ist die Gleitschneeaktivität: Auch heute sind einzelne Gleitschneelawinen aus sehr steilem Grasmattengelände spontan möglich. Diese können mittel bis groß werden.

Schneedeckenaufbau

Letzte Nacht fielen mit dem Temperatursturz 10 bis 15 cm, im Tagesverlauf kommen 30 bis 40 cm dazu, mit viel Wind. Dieser Neuschnee und Triebschnee ist relativ labil. Im schattigem Nordsektor liegt das neue Paket auf altem Pulver mit kantigen Kristallen, auf dem Föhntriebschnee vom Sonntag und teilweise auf Reifschichten. Unter den sonnseitigen Harschdeckeln und Schmelzharschdeckeln entstehen rasch Schwachschichten durch den Temperaturunterschied.

Die Altschneedecke darunter hat in den obersten 50 cm zwar einige schwache Schichten eingelagert, die derzeit aber kaum auslösbar sind. Der Rest darunter ist abgesehen vom Boden (Gleitschnee) stabil.

Alpinwetter der ZAMG Salzburg

Heute in der Früh eine kurze Schneepause, bevor sich am frühen Vormittag anhaltender Schneefall von Norden her ausbreitet (bis zum Abend verbreitet 30 bis 40 cm). Dazu starker, ab der Waldgrenze stürmischer West- bis Nordwestwind (60 bis 80 km/h). In 2000m nur noch -10 Grad, in 3000m um -16 Grad.

Auch am Dienstag stecken die Berge in dichten Wolken und es schneit zeitweise in Schauern. Die Mengen werden aber deutlich geringer. In Summe in 24 Stunden noch 10 bis 15 cm. Der Nordwestwind ist ein Sturm; verbreitet 60 bis 70 km/h, direkt am Alpenhauptkamm und im Lungau bis 100 km/h. Eisig kalt: In 2000m hat es -12 Grad, in 3000m -19 Grad.

Tendenz

Dienstag: Weiterhin ERHEBLICHE Triebschneesituation (3) ab der Waldgrenze durch Neuschnee und Sturm. Möglichkeiten bleiben somit stark eingeschränkt. Einzelne Gleitschneelawinen weiter möglich.





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