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Lagebericht
So. 27.01.2019
update 27.01.19 7:25 (Michael Butschek)

Frischer Triebschnee leicht auslösbar

Nachmittag

Vormittag

Ausgeprägtes Triebschneeproblem - ERHEBLICHE Gefährdung erfordert Erfahrung und Zurückhaltung. Die Einwehungen sind auf der kalten, weichen Unterlage sehr leicht als Schneebrett auslösbar. Zahlreiche Gefahrenstellen vom lichten Hochwald aufwärts, kammnah und kammfern, sowie in Rinnen. Auch einige spontane Schneebrettlawinen, teilweise mit Staubanteil, aus stark eingewehten Zonen sind zu erwarten. Sie können große Ausmaße erreichen. Das Gleitschneeproblem besteht weiter.

Gefahrenbeurteilung

Es besteht allgemein ERHEBLICHE Schneebrettgefahr, die Situation ist im Touren- und Variantenbereich heikel und erfordert Erfahrung in der Lawinenbeurteilung! Die meisten Gefahrenstellen gibt es vom lichten Hochwald aufwärts im erweiterten Ost- und Südsektor, in den Hochlagen der Tauern und Nordalpen auch in den übrigen Sektoren. Betroffen sind kammnahes Steilgelände, aber auch steile kammferne Geländeübergänge und Rinnen. Zur Auslösung mittlerer bis großer Schneebrettlawinen genügt bereits geringe Zusatzbelastung.
Aus stark mit Triebschnee beladenen Zonen, insbesondere im neuschneereichen Nordalpenbereich, sind auch ohne menschliches Zutun Lawinen möglich. Abgänge aus höher gelegenen Einzugsgebieten können Staubanteil und damit größere Reichweiten entwickeln. Zudem einzelne Gleitschneelawinen auf steilen Grasflächen unterhalb von 2500 m.

Schneedeckenaufbau

Unter markant ansteigenden Temperaturen fielen gestern an der Alpennordseite verbreitet 10 bis 25 cm Neuschnee. Wind aus W bis N hat in allen Gebirgsgruppen von mittleren Höhenlagen aufwärts teils umfangreich verfrachtet. Im Tauern- und Nordalpenbereich wird heute mit südlichem Wind weiter Schnee umgelagert. Die Unterlage ist der kalte, weiche und sehr lockere Schnee der Vortage, der teilweise auch Oberflächenreif überdeckt. Die hohe Störanfälligkeit hat sich gestern durch künstlich ausgelöste und spontane (Größe 3) Lawinen gezeigt und besteht weiterhin.
Der Altschnee darunter ist sehr gut gesetzt und stabil, nur in den Nockbergen und in hochalpinen Lagen durch kantige Formen geschwächt (Altschneeproblem). Die homogene Schneedecke gleitet unterhalb von 2500m noch unterschiedlich stark vom Boden weg.

Alpinwetter der ZAMG Salzburg

Heute ist die Sicht auf den Bergen meist gut, nur in Talnähe können sich anfangs Nebelbänke halten. Die Wolken lockern teilweise sonnig auf. Entlang der Tauern weht Südföhn mit Spitzen von 50 bis 70 km/h in den Föhnstrichen und verfrachtet den Neuschnee. In 2000m zu Mittag -6 bis -1 Grad (kälter im Süden), in 3000m -8 Grad.

Morgen, Montag, ist das Licht häufig diffus, höhere Gipfel der Nordalpen und Tauern stecken zum Teil in Nebel und in der Früh schneit es zum Teil noch leicht. Der Wind aus West bis Nord weht in den freien Hochlagen lebhaft bis stark, im Hochgebirge der Tauern stürmisch mit bis zu 70 km/h. In 2000m zu Mittag -8 Grad, in 3000m -15 Grad.

Tendenz

Am Montag noch keine wesentliche Änderung, der Triebschnee ist weiter störanfällig. Die spontane Lawinenaktivität geht allerdings zurück.





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