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Lagebericht
Fr. 11.01.2019
update 11.01.19 7:39 (Bernhard Niedermoser)

Weiter angespannt: Unter der Waldgrenze bzw. 2000 m ERHEBLICH (3), darüber GROSS (4)

Nachmittag

Vormittag

Aus steilen Anbruchgebieten sind vor allem in den neuschneereichen Zonen mit der Sonnenstrahlung spontane Lawinen (Locker-/Staublawinen und Schneebretter) zu erwarten, aus Einzugsgebieten über 2200m können sie auch groß bis sehr groß werden und Verkehrswege erreichen. Unter 1400 m weiterhin sehr starke Gleitschneeaktivität, auch hier sind größere Abgänge auf exponierte Zufahrten möglich. Heikel: kammnahe Triebschnee ist in allen Steilhängen ab ca. 2000/2200m sehr leicht auslösbar!

Gefahrenbeurteilung

In den niederschlagsreichreichen Zonen (Osterhorngruppe, Steinberge über Hochkönig bis Gosaukamm) ist das Hauptproblem die spontane Lawinenaktivität. Mit der heutigen Setzung sind zahlreiche mittlere, einige große und mitunter aus Bereichen über 2200m auch noch sehr große Locker-Staublawinen möglich. Exponierte Verkehrswege und Objekte können betroffen sein.

In den inneralpinen Grasbergen und Tauern (dort weniger Neuschnee) liegt das Hauptproblem im labilen Triebschnee, der in Höhen ab der Waldgrenze und teilweise ab ca. 2000/2200m in praktisch allen Richtungen sehr leicht auslösbar ist und durch das lockere Überschneien und die Sturmereignisse der letzten 10 Tagen nicht immer gut zu erkennen ist. Große Vorsicht und Zurückhaltung bzw. Verzicht ist ratsam. Spontane Lockerschneelawinen (klein bis mittel) sind auch hier möglich.

Ein wachsendes Problem ist die gleichzeitig ausgeprägte Gleitschneeaktivität unter 1400m. In den neuschneereichen Gebieten sind imposante Anrisse möglich. Vereinzelt können exponierte Wege und Objekte betroffen sein.

In den Lungauer Nockbergen konzentrieren sich die Gefahrenstellen ausschließlich auf die Rinnen.

Schneedeckenaufbau

In den letzten 48 Stunden (nach der Beruhigungsphase vom 07./08.01.) fielen im Stau der Nordalpen um 100 cm, inneralpin und in den Tauern 30 bis 60 cm, im Lungau weniger. Der Neuschnee ist sehr kalt, die letzten 30 cm sind heute extrem locker und leicht. Triebschnee ist in sich sehr leicht zu stören, aber auch der Übergang zum gesetzten Wochenendschnee neigt zur Bruchausbreitung. Im Inneren der Altschneedecke gibt es potenzielle Schwachschichten im Höhenbereich 2200 bis 2800m, die in Teilbereich mit zunehmender Auflast anzusprechbar sein können.

Mit der Sonne und Erwärmung kommt es heute zu einem spürbaren Setzungimpuls. Dadurch bewegt sich das letzte Neuschneepaket und triggert die Lawinenaktivität.

Alpinwetter der ZAMG Salzburg

Heute lockert es auf, für einige Stunden kommt die Sonne durch. Anfangs halten sich tiefe Wolkenreste oder Nebelbänke an den Hängen, am längsten an der Alpennordseite und in den Niederen Tauern. Mäßiger Wind, der kammnahe noch verfrachtet. Kalt mit Erwärmung im Tagesverlauf: in 2000m von -16 auf -11 Grad, in 3000m von -20 auf -13 Grad. Am Abend setzt wieder leichter Schneefall ein.

Morgen, Samstag ist es meist bewölkt, ab und zu schneit es leicht. Von der Menge her nur wenige Zentimeter. Mehr Sonne im Lungau. Auffrischender Westwind, in der Höhen um 40 bis 50 km/h. In 2000m um -7 Grad, in 3000m um -10 Grad.

Tendenz

Lawinengefahr nimmt am Samstag in Bezug auf spontane Lawinen weiter langsam ab. Die Situation bleibt für den Wintersportler aber angespannt. Am Sonntag folgt markanter Anstieg der Lawinengefahr!





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