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Lagebericht
Mo. 07.01.2019
update 07.01.19 7:12 (Bernhard Niedermoser)

Neigung zu spontanen Lawinen nimmt vorübergehend ab. Meist aber noch GROßE Lawinengefahr.

Nachmittag

Vormittag

Die Situation bleibt insgesamt angespannt mit teils enormen Einsinktiefen und Neuschneehöhen. Spontane Lawinen werden heute seltener, einzelne große bis sehr große Abgänge aus stark eingewehten Zonen sind aber noch denkbar. Auch größere Gleitschneelawinen sind möglich. Sonst ist vor allem die oberste Schneeschicht noch ziemlich leicht zu stören. Vor Skitouren und Variantenfahrten wird daher noch abgeraten. Achtung: Im Lauf der Woche wird sich die Situation wieder deutlich zuspitzen!

Gefahrenbeurteilung

Noch GROßE Lawinengefahr (4), im unteren Bereich dieser Einstufung und mit vorübergehend fallender Tendenz und drei Problemkreisen:

(A) Spontane Lawinen: Einige mittlere und große Lawinen sind noch möglich, aus den eingewehten Zonen oberhalb von 2000m sind auch noch einzelne sehr große Lawinen möglich. Betroffen sind alle Hangausrichtungen. Die Wahrscheinlichkeit dafür nimmt im Tageserlauf ab.

(B) Skifahrerlawinen: Die oberste Schicht von 40 bis 80 cm ist nach wie vor sehr leicht zu stören. Da das stärker geneigte Gelände aller Richtungen von dieser Störanfälligkeit betroffen ist, sind Skitouren und Variantenfahrten weiterhin nicht sinnvoll (enorme Einsinktiefen, Setzungsgeräusche, Risse, Fernauslösungen).

(C) Gleitschneelawinen: Werden wieder zum Thema. Betrifft extrem steiles Grasmattengelände. Auf Grund der großen Schneemengen sind größere Abgänge möglich.

Schneedeckenaufbau

Rekordverdächtige Gesamtschneehöhen für Anfang Jänner: 1.5 bis 2.5 m aktuell, davon rund 1.0 bis 1.5 m zwischen Mittwoch und Sonntag. Der obere Teil der Berge ist oft abgeweht und hat weniger Schnee, hingegen weisen die mittleren Zonen teilweise enorme Mengen mit gewaltigen Einsinktiefen vor.

Letzte Nacht hat es deutlich weniger geschneit; meist um 10 cm, in der Osterhorngruppe/Tennengebirge mehr. Lawinenrelevant ist derzeit vor allem die oberste Schicht (50 bis 100 cm). Diese ist nach wie vor an vielen Stellen sehr leicht zu stören. Gleichzeitig ist der Setzungsprozess des gesamten Starkschneefalls zu beobachten, der aber noch nicht in allen Höhen abgeschlossen ist und dadurch am Montag noch spontane Lawinen triggern kann. Mit der Setzungsbewegung werden auf den extrem steilen Grasmatten auch Gleitschneelawinen angeregt.

Abgehende Lawinen können teilweise noch tiefere Schichten mitnehmen, größere Abgänge könnten bis auf die Regeneisschicht von Weinachten durchreißen.

Alpinwetter der ZAMG Salzburg

Dichte Wolken und Nebel ab der Waldgrenze dominiert. Es schneit vor allem in den Nordstaulagen immer wieder leicht, die Mengen sind deutlich geringen als zuletzt (um 15-20 cm in der Osterhorngruppe/Tennengebireg, sonst meist weniger; Schwerpunkt am Vormittag). Am Nachmittag könnte es inneralpin über den breiten Tälern zaghaft auflockern. Flugwetterchancen bleiben aber sehr gering. Die Nacht ist kurz klar oder es lockert zumindest auf. Der Wind lässt nach, bleibt aber lebhaft um 40 km/h. In 2000m hat es um -8 Grad, in 3000m um -14 Grad.

Am Dienstag folgt die nächste Störung: Von Beginn an dichte Wolken und Berge im Nebel. Stürmischer West bis Nordwestwind fricht auf (um 80 km/h!). Es folgen mehrere Staffeln mit starkem Schneeschauern. Neuschnee tagsüber um 15 cm. Problem wird tagüber der Sturm mit massiven Verfrachtungen. In der Nacht auf Mittwch und am Mittwoch dann wieder intensiver Neuschnee (50 bis 100 cm!). Die Temperaturen sinken in 2000m auf -8 Grad, in 3000m auf -14 Grad.

Tendenz

Nach einer Niederschlagspause kommt am Dienstag die nächste Kaltfront mit Sturm (um 80 km/h) und Neuschneestaffeln. Ergibt verbreitet eine ERHEBLICHE/teils GROSSE Lawinengefahr. Leicht auslösbar dürfte vor allem der frische Triebschnee werden.

Ab Mittwoch deutliche Verschärfung. Zumindest verbreitet GROSSE (4) Lawinengefahr. Das Problem werden zunehmend die enormen Gesamtschneemengen.





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