Newsletter | als PDF als PDF

English Version english version



Lagebericht
Sa. 05.01.2019
update 05.01.19 7:23 (Bernhard Niedermoser)

GROSSE Gefahr, zahlreiche große spontane Lawinen

Nachmittag

Vormittag

Verbreitet GROßE Lawinengefahr (4). Vor Skitouren und Variantenfahrten wird dringend abgeraten. Teils enorme Einsinktiefen, null Sicht und hohe Lawinenaktivität. Viele große, mehrfach auch sehr große Lawinen sind am Nachmittag und in der Nacht auf Sonntag wahrscheinlich. Auch mit größeren Reichweiten. Exponierte Verkehrswege können betroffen sein.

Gefahrenbeurteilung

GROßE Lawinengefahr (4): Eine Stufe 4, die in den Nordalpen in den oberen Bereich der Bandbreite kommt. Das Haupttheme sind spontane Lawinen die von selbst abgehen. Am Nachmittag, Abend und in der Nacht sind zahlreiche mittlere und große Lawinen zu erwarten, in den niederschlagsreichsten Zonen sind auch sehr große Lawinen möglich. Betroffen sind alle Hangausrichtungen. Durch den möglichen Staubanteil sind auch größere Reichweiten möglich.

Skitouren und Variantenfahrten sind nicht sinnvoll (enorme Einsinktiefen, keine Sicht) und gefährlich. Die Störanfälligkeit ist überall im stärker geneigten Gelände hoch (Setzungsgeräusche, Risse, Fernauslösungen).

Vergleichsweise günstiger sind die Verhältnisse in den Lungauer Nockbergen. Dort geht die Gefahr von den eingewehten Rinnen und Mulden aus. ERHEBLICHE (3) Triebschneesituation.

Schneedeckenaufbau

Der intensive Schneefall von heute/morgen ist etwas kompakter, wird ober der Waldgrenze ordentlich verfrachtet und kommt auf den kalten und lockeren Schneefall der letzten Tage zu liegen. Diese Kombination ist relativ labil, die Störanfälligkeit ist hoch. Abgehende Lawinen können die tieferen Schichten mitnehmen, größere Abgänge können bis auf die Regeneisschicht von Weinachten durchreißen. Die in betracht kommenden Mengen sind beträchtlich, aber auch sehr unterschiedlich. Der obere Teil der Berge ist oft abgeweht und hat weniger Schnee, hingegen weisen die mittleren Zonen teilweise rekordverdächtige Mengen auf mit gewaltigen Einsinktiefen.

Alpinwetter der ZAMG Salzburg

Nebel, schlechte Sicht und dichter Schneefall prägen den Samstag. Es beginnt am frühen Vormittag überall anhaltend und ergiebig zu schneien. Am intensivsten zwischen Mittag und Mitternacht, danach lässt die Intensität nach. Mengen bis Sonntagmittag: Nordalpen, Pinzgau, nördlicher Pongau 70 bis 100 cm; Niedere Tauern um 60 cm. Dazu weht im freien Gelände starker Nordwind um 40 km/h. Temperaturen steigen leicht, in 2000m gegen -5 Grad, in 3000m bis -11 Grad.

Sonntag: weiterhin schlechte Sicht und zeitweise Schneefall. Die Mengen sind aber deutlich geringer, es gibt während des Tages schon niederschlagspausen. Auch der Wind lässt nach. Leichte Abkühlung: in 2000m von -6 auf -9 Grad, in 3000m von -11 auf -15 Grad.

Tendenz

Die Situation bleibt am Sonntag kritisch. Verbreitet noch GROSSE (4) Lawinengefahr. Eine Abnahme der Gefahrenmomente kündigt sich zum Montag hin an.





Suche Archiv