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Lagebericht
Mi. 14.02.2018
update 14.02.18 7:10 (Bernhard Niedermoser)

Sehr steile Zonen noch meiden. Südsektor meist günstiger.

Nachmittag

Vormittag

Schwache Schichten unter dem lockeren Pulver und Triebschnee machen die Situation etwas kompliziert. Wobei sich die Gefahrenstellen mittlerweile vermehrt auf den steilen Nordsektor (W-N-O) konzentrieren. Setzungsgeräusche und einzelne Auslösung deuten auf die teilweise schwache Unterlage hin. Steile Übergänge und typische Leezonen meiden. Auslösung ist insbesondere bei großer Belastung, an einigen Stellen auch noch bei geringer Belastung möglich.

Gefahrenbeurteilung

Die Situation verlangt noch Zurückhaltung und Erfahrung. Die Lawinengefahr ist ab der Waldgrenze aufwärts ERHEBLICH (3), in den Nockbergen, der Osterhorngruppe und großteils auch in den Niederen Tauern MÄSSIG (2).

Trockene Schneebretter sind im kammnahen Steilgelände vor allem im erweiterten Nordsektor (W-N-O) und mit zunehmender Höhe ab 2200m auch im Südsektor auslösbar. Teilweise reicht schon der Impuls einer Person, teilweise braucht es schon eine größere Belastung (Sturz, kein Abstand, zu Fuß). Am heikelsten sind vergleichsweise schneearme Zonen. Direkt am windigen Alpenhauptkamm und im Lungau sind die Gefahrenstellen gut erkennbar, sonst sind sie ruhig überschneit. Typische potenzielle Anrisshöhen bewegen sich zwischen 40 und 70 cm. Mit der Sonne sind aus dem extrem steilen, meist felsdurchsetzten Steilgelände einige spontane, kleine Lockerschneelawinen möglich. Solche Bereiche sollte man meiden.

Aus extrem steilen Grasmatten unterhalb ca. 2200 m sind vereinzelte, spontane Gleitschneelawinen nicht ausgeschlossen.

Schneedeckenaufbau

Der Neuschnee vom Montag ist kalt und locker, weil der zweite Teil des Niederschlags ohne Wind fiel. Der untere Teil des Neuschnees ist gebundener und ist im exponieren Gelände mit Wind gefallen. Die Verbindung bzw. störanfällig ist mittlerweile unterschiedlich. Im südseitigen Gelände scheint sie besser zu sein, im erweiterten Nordsektor (W-N-O) bildet ein Mix aus Reif und kantigem, alten Pulverschnee in einigen Gebieten eine ungünstige Unterlage. Setzungsgeräusche, Risse und Auslösungen bestätigen diesen Prozess. Eine weitere, mitunter relevante Sollbruchstelle findet sich unter dem letzten Schmelzharschdeckel. Dort haben sich kantige weiche Kristalle gebildet.

Der Rest der Altschneedecke darunter ist kompakt und derzeit nicht oder kaum ansprechbar. Die Gleitschneeaktivität hat abgenommen, nur dort wo die Altschneedecke punktuell noch Feuchtigkeit aus dem warmen Boden saugt, sind Bewegungen möglich.

Alpinwetter der ZAMG Salzburg

Heute beginnt der Tag wolkenlos. Nach Westen und Süden hin bleibt es das auch den ganzen Tag. In der Osthälfte, vor allem im Bereich Osterhorngruppe, Tennengebirge, Dachstein, eventuell auch in den Niederen Tauern, tauchen ab etwa Mittag einige tiefe Wolken auf. Die Wolken sollten aber aufgelockert sein, also eher kein Dauernebel. Kaum Wind, aber weiter kalt. In 2000m -12 Grad, in 3000m -18 Grad. < br>
Morgen, Donnerstag, scheint bis Mittag die Sonne ungetrübt. Dann ziehen von Tirol her hohe Schichtwolken auf. Himmel wird milchig, Sonne wird zur Scheibe, Gipfel bleiben aber frei. Die Temperaturen steigen leicht an, in 2000m von -9 auf -5 Grad, in 3000m von -14 auf -8 Grad. In den Hochlagen frischt mäßiger bis lebhafter NW-Wind auf.

Tendenz

Weiter bleibt die Triebschneesituation ober der Waldgrenze das Hauptthema. Die Störanfälligkeit des letzten Schneefalls sollte aber langsam zurückgehen. Allerdings sorgt der NW-Wind am Nachmittag für neue Triebschneebildung. Einstufung am Donnerstag und Freitag liegt im Bereich MÄSSIG und teilweise durch den neuen Wind wieder bei ERHEBLICH.





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