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Lagebericht
Di. 13.02.2018
update 13.02.18 7:21 (Bernhard Niedermoser)

Vorsicht. Triebschneesituation ab der Waldgrenze aufwärts.

Nachmittag

Vormittag

Verbreitet 30 bis 40 cm Neuschnee, in Nordstaubereichen auch mehr. Ab dem Waldrand gibt es unter dem lockeren Pulverschnee gebundenen Triebschnee, der teilweise auf einer lockeren Unterlage liegt. Sehr steile Hänge meiden, dort ist eine Auslösung an vielen Stellen möglich (NW-O-S). Lockerschneerutsche und kleine Lockerschneelawinen aus dem extremem Steilgelände sind auch möglich, mit der Sonne auch spontan. Erfahrung und Zurückhaltung sind heute wichtig.

Gefahrenbeurteilung

Die Situation verlangt Zurückhaltung und ist nicht vergleichbar mit den top Verhältnissen am letzten Wochenende! Die Lawinengefahr ist ab der Waldgrenze aufwärts ERHEBLICH (3), in den Nockbergen gerade noch MÄSSIG (2). Trockene Schneebretter sind im kammnahen Steilgelände vor allem im Nordsektor, Ostsektor und mit zunehmender Höhe ab 2200m auch im Südsektor teilweise relativ leicht zu stören. Schon der Impuls einer Person kann ausreichen. Direkt am windigen Alpenhauptkamm und im Lungau sind die Gefahrenstellen gut erkennbar. Überall sonst sind die letzten Windzeichen nicht mehr zu erkennen, sie sind ruhig und sehr locker mit rund 20 cm überschneit! Typische potenzielle Anrisshöhen bewegen sich heute zwischen 40 und 70 cm. Mit der Sonne werden sich aus dem extrem steilen, meist felsdurchsetzten Steilgelände auch von selbst einige, meist harmlose Lockerschneelawinen lösen. Solche Bereiche sollte man meiden.

Aus extrem steilen Grasmatten unterhalb ca. 2200 m sind ganz vereinzelte, spontane Gleitschneelawinen denkbar.

Schneedeckenaufbau

In den letzten 30 Stunden hat es 30 bis 40 cm geschneit, in Staulagen um 50 cm. Der erste Teil fiel dabei etwas kompakter, gebundener und mit mehr NW-Wind. Der zweite Teil fiel mit weniger Wind, sehr kalt und locker. Das Gesamtpaket ist am Übergang zum Altschnee leicht auslösbar. Der Grund liegt an der ungünstigen Unterlage aus einem Mix aus Reif und kantigem, alten Pulverschnee und dünnen, kammnahen alten Triebschneepaketen der Vortage.

Die Altschneedecke darunter ist kompakt, tiefere Sollbruchstellen rund um alte Regeneisschichten sind derzeit nicht oder kaum ansprechbar. Die Gleitschneeaktivität hat letzte Woche – im Vergleich zu den Vorwochen - abgenommen, nur dort wo die Altschneedecke punktuell noch Feuchtigkeit aus dem warmen Boden saugt, sind Bewegungen möglich.

Alpinwetter der ZAMG Salzburg

Der Start ist bewölkt. Im Nordstau schneit es anfangs noch leicht, ohne Menge. Im Lungau und Richtung Oberpinzgau kommt am frühen Vormittag die Sonne durch, sonst dauert es meist bis in den frühen Nachmittag. Der Wind ist großteils schwach, am Alpenhauptkamm und im Lungau ist er in den ersten Stunden teilweise noch lebhaft (um 30 km/h) aus Nord. Es ist sehr kalt, in 2000m -14 Grad, in 3000m um -20 Grad.< br>
Morgen, Mittwoch, scheint die Sonne. Lediglich nach Osten hin, vor allem im Bereich Osterhorngruppe, Tennengebirge, Dachstein könnten sich auch tiefe Wolken von Norden her stauen. Kaum Wind, aber weiter kalt. In 2000m -12 Grad, in 3000m -18 Grad.

Tendenz

Triebschneesituation ober der Waldgrenze ist weiterhin zu beachten, wobei die Gefahr langsam zurückgeht. Einstufung (als Maß für die Auslösbarkeit und Anzahl der Gefahrenstellen im Gelände) liegt im Bereich MÄSSIG und teilweise noch ERHEBLICH.





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