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Lagebericht
Do. 04.01.2018
update 04.01.18 7:09 (Michael Butschek)

Störanfälliger Triebschnee und vermehrt spontane Lawinen

Nachmittag

Vormittag

Neuschnee und umfangreiche Verfrachtungen sorgen für eine heikle Lawinensituation! In tiefen und mittleren Lagen verliert die Schneedecke durch Regeneintrag am Nachmittag an Festigkeit, im Tauernbereich steigt die Gefährdung durch Lawinen tagsüber von ERHEBLICH auf GROß (4) an. Es ist dann mit der Auslösung zahlreicher kleiner und mittlerer Lockerschnee- und mitunter großer Schneebrettlawinen zu rechnen, die auch exponierte Verkehrswege gefährden können.

Gefahrenbeurteilung

Die Lawinengefahr ist allgemein ERHEBLICH und steigt entlang der Tauern am Nachmittag auf GROß (4) an! Der frische Triebschnee von der Waldgrenze aufwärts kann schon bei geringer Zusatzbelastung als Schneebrett ausgelöst werden. Im Tauernbereich sind alle Expositionen betroffen (kammnah und kammfern), entlang der Nordalpen insbesondere die Sektoren von N über Ost bis Süd und generell steile Rinnen. Mit zunehmender Höhe werden die Triebschneepakete dicker und ausgedehnter - aus stark beladenen Triebschneezonen sind auch spontane Schneebrettlawinen mit Staubanteil (Größe mittel, vereinzelt groß) möglich. In tiefen und mittleren Lagen besteht zudem ein Nassschneeproblem: kleine bis mittlere nasse Lockerschneelawinen, bis in Höhen von 2500 m auch einzelne Gleitschneelawinen sind spontan möglich. Exponierte Verkehrswege können gefährdet sein!

Schneedeckenaufbau

Nach einer kurzen milderen Phase mit Verfrachtung durch Südföhn (speziell Tauernbereich) brachte eine kräftige Kaltfront gestern Nordweststurm und neuerlich 15 bis 30 cm Neuschnee. Die Neuschneesummen seit Wochenbeginn liegen damit oberhalb von 1500 m verbreitet zwischen 25 und 50 cm, am Tauernhauptkamm zum Teil auch um 75 cm. Neu- und Triebschnee überdecken verharschte, teils eisige, in hohen/hochalpinen Lagen auch noch lockere Oberflächen. Starker Windeinfluss aus wechselnden Richtungen (meist W bis N, zeitweise aber vor allem im Tauernbereich auch südliche Richtungen) hat von der Waldgrenze aufwärts umfangreich und untypisch verfrachtet. Bruchflächen für Schneebrettlawinen gibt es primär an der Grenzfläche Harsch/Neuschnee (speziell im Höhenbereich 1500 bis 2200 mm) bzw. innerhalb der Neuschneeauflage von gestern. Im Zuge von Lawinenabgängen kann vereinzelt aber auch noch eine dünne Schwachschicht im Altschnee (überwehter lockerer Schnee, Reif) angesprochen werden.
Mit dem heutigen intensiven Warmfrontniederschlag wird dieser Schneedeckenaufbau stark belastet.

Alpinwetter der ZAMG Salzburg

Heute halten sich oft dichte Wolken mit gelegentlichen Schneeschauern. Die Sicht ist anfangs noch brauchbar, verschlechtert sich tagsüber aber immer mehr. Kräftige Schneefälle bringt vor allem der Nachmittag, zudem weht lebhafter bis starker Westwind. Die Schneefallgrenze steigt deutlich an und liegt gegen Tagesende teilweise um 2000 m an. In 2000m Erwärmung von -6 auf 0 Grad, in 3000m von -12 auf -6 Grad.
Morgen, Freitag, ist es anfangs noch recht unbeständig mit einigen Regen- und Schneeschauern sowie dichten Wolken. Schneefallgrenze um 1700 m. In der zweiten Tageshälfte bleibt es in den südlichen Gebirgsgruppen (Tauern, Nockberge) meist trocken und teilweise auch sonnig. In den Nordalpen überwiegt hingegen die Bewölkung mit gelegentlichem Regen und Schneefall. Der Wind weht mäßig bis lebhaft aus West, sollte aber tagsüber schwächer werden. In 2000m knapp über 0 Grad, in 3000m um -5 Grad.

Tendenz

Nassschnee- und Triebschneeproblem, Gefährdung überwiegend ERHEBLICH.





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