Newsletter | als PDF als PDF

English Version english version



Lagebericht
Mo. 11.12.2017
update 11.12.17 7:18 (Claudia Riedl)

Föhnsturm !

Nachmittag

Vormittag

Der Föhnsturm verfrachtet seit Sonntag massiv. Hochlagen, exponierte Rücken und Grate sind komplett abgeblasen. Die Triebschneepakete werden untypisch, kammfern meist einige Meter hinter den Geländekanten, am Waldrand und im lichten Hochwald abgelagert.

Gefahrenbeurteilung

ERHEBLICHE Triebschneesituation ab der Waldgrenze. Der frische Triebschnee ist je nach Windgeschwindigkeit hart oder weich, kann bereits durch das Gewicht einer einzelnen Person ausgelöst werden, vor allem am Übergang von wenig zu viel Schnee. Die meisten Gefahrenstellen befinden sich im kammfernen Gelände hinter Geländekanten, am Waldrand und im lichten Hochwald, es sind fast alle Expositionen betroffen.

Spontane Lawinen: In stark eingewehten Zonen können sich von selbst einzelne trockene Schneebretter lösen, können mittelgroß, vereinzelt vielleicht sogar groß werden. Sporadische Gleitschneelawinen aus extrem steilen Grasmatten (bis 2200m) sind weiterhin möglich.

Schneedeckenaufbau

Der Föhnsturm (Windgeschwindigkeiten teils über 150 km/h) verfrachtet den Neuschnee der letzten Woche (und teilweise auch den Altschnee) massiv. Es entstehen umfangreiche (in Bezug auf Fläche und Dicke), untypisch abgelegte Triebschneepakete, die teilweise von selbst abgehen können.

Zum Triebschneeproblem kommen weitere, negative Momente, die eine begleitende Rolle spielen: Setzungsimpuls durch den Temperaturanstieg, eingeschneite Reifschicht vom 4.12. die teilweise noch ansprechbar ist und der warmen Boden mit Gleitschneebewegungen im Südsektor im Höhenbereich 1800-2200m

Alpinwetter der ZAMG Salzburg

Heute, Montag, weht starker Föhn. Durch die markante Süd- bis Südwestströmung ist in den hochalpinen Lagen verbreitet mit schwerem Sturm zu rechnen, in den Hohen Tauern erreicht dieser teils Orkanstärke! Am Alpenhauptkamm und in den Nockbergen halten sich zudem oft dichte Wolken mit Schneefall, die Sicht ist hier eingeschränkt. Nördlich davon sind die Sichtverhältnisse durch den Föhn markant besser, es ist hier auch merklich milder. In 2000m Temperaturen zwischen 3 und 5 Grad, in 3000m zwischen -3 und 0 Grad.

Morgen, Dienstag, wird die Sicht am Vormittag durch Wolken und Schneefall oft eingeschränkt. Der Wind weht mäßig bis lebhaft aus Nordwest. In den Tauern und Nockbergen kann sich der Südföhn bis zum Nachmittag halten. Am Nachmittag bessern sich die Sichtverhältnisse In 2000m allmählich kälter um -6 Grad, in 3000m um -10 Grad.

Tendenz

ERHEBLICHE Triebschneesituation.





Suche Archiv