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Lagebericht
Do. 07.12.2017
update 07.12.17 7:20 (Bernhard Niedermoser)

Letzter Triebschnee ist teilweise noch auslösbar

Nachmittag

Vormittag

Unternehmungen erfordern das geschulte Auge und Zurückhaltung. Sehr steile eingewehte Zonen im Nord- und Ostsektor sollte man noch meiden. Der Reif unter dem Triebschnee ist teilweise noch ansprechbar. Die Schneebrettgefahr ist MÄSSIG (2), ab ca. 2000m aufwärts teilweise noch ERHEBLICH (3). Kritische Bereiche: Rinnen, Mulden, sehr steile Leehänge, auch kammfern. Am leichtesten auslösbar am Triebschneerand und in den Übergängen. Einzelne spontane Gleitschneelawinen sind unter 2100m möglich.

Gefahrenbeurteilung

Der Reif und weiche Schichten unter dem fester werdenden Triebschnee macht teilweise noch Probleme und sorgt oberhalb von etwa 1900 bzw. 2200m noch für ERHEBLICHE Schneebrettgefahr, darunter ist sie MÄSSIG (2).

Potenzielle Gefahrenstellen beginnen ab der Waldgrenze aufwärts. Gehäuft in den Richtungen NW-N-NO-O-SO und hochalpin in den Rinnen aller Richtungen. Eingewehte Triebschneezonen gibt es kammnah, in den stark windexponierten Abschnitten auch kammfern. Meist bedarf es für eine Auslösung eine große Zusatzbelastung (zu Fuß, kein Abstand, Sturz), insbesondere an Übergängen und am Rand von Triebschneepaketen kann aber noch der Impuls einer Person ausreichen.

Spontane Lawinen: Sporadische Gleitschneelawinen aus extrem steilen Grasmatten (bis 2100m) sind weiterhin möglich.

Schneedeckenaufbau

Der Schneefall/Triebschnee von Montag/Dienstag hat sich gesetzt. In windexponierten Zonen und im Hochgebirge dominieren Windkrusten und teils feste Windharschdeckel. Exponiertes Gelände ist abgeweht. Der Triebschnee ist relativ kompakt und liegt nicht selten auf einer Reifschicht oder auf überwehten lockeren Pulverschnee. Die Störanfälligkeit nimmt zwar weiter langsam ab, jedoch zeigen einzelne Skifahrerauslösungen und Stabilitätstest gestern, dass man teilweise noch mit geringer Belastung hinkommt. Im unverspurten Gelände hört man noch Setzungsgeräusche. Im Hochgebirge sind gestern neue, meist geringmächtige Triebschneepakete gebildet worden.

Altschnee: Die Schichten darunter sind derzeit günstig aufgebaut. Ältere Schichten sind nur schwer zu trennen.

Weiterhin ein Thema: Gleitschneeabgänge unter 2200m. Folge des frühen und milden Zuschneiens.

Alpinwetter der ZAMG Salzburg

Heute nochmals sonnig und trocken. Der Wind ist bis 2200m hinauf meist schwach, weiter oben und in Föhnschneisen der Tauern teilweise um 40 bis 50 km/h. In 2000m hat es um 2 Grad, in 3000m um -4 Grad.

Morgen, Freitag, ziehen am Vormittag hohe Wolken auf, ab den Mittagsstunden bringt auflebender Westwind dichte Wolken und es breitet sich leichter/mäßiger Schneefall aus. In 2000m kühlt es von 1 auf -8 Grad ab, in 3000m von -6 auf -16 Grad.

Tendenz

Die Auslösewahrscheinlichkeit für den älteren Triebschnee geht weiter leicht zurück. Am Nachmittag bilden sich neue Triebschneepakete. Die Gefahr ist am Freitag großteils MÄSSIG (2), eventuell in einzelnen Gebirgsgruppen ERHEBLICH (3). Sehr steile eingewehte Zonen sollte man meiden.





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