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Lagebericht
Fr. 21.04.2017
update 21.04.17 7:25 (Michael Butschek)

Störanfälliger Triebschnee, vermehrt spontane Lawinen

Nachmittag

Vormittag

Sonnenschein und deutliche Frostabschwächung. ERHEBLICHE Schneebrettgefahr durch störanfälligen Triebschnee ab der Waldgrenze, Auslösungen sind bereits durch geringe Zusatzbelastung möglich. Vermehrt Selbstauslösungen von kleinen und mittleren Lockerschnee-, Schneebrett- und Gleitschneelawinen aus sehr steilen und stark besonnten Hängen. Die Möglichkeiten sind eingeschränkt und erfordern Erfahrung in der Lawinenbeurteilung!

Gefahrenbeurteilung

Die Lawinengefahr ist entlang und nördlich der Tauern ERHEBLICH und in erster Linie vom Windeinfluss bestimmt. Die Situation ist hochwinterlich, Touren und Varianten erfordern Erfahrung in der Lawinenbeurteilung! Gefahrenstellen für trockene Schneebrettlawinen befinden sich in steilen Rinnen und Mulden sowie kammnahen Steilhängen aller Richtungen, kammfern mehrheitlich in den Sektoren Südost bis Südwest. Umfang und Störanfälligkeit nehmen mit der Höhe rasch zu! Eine Lawinenauslösung ist schon durch geringe Zusatzbelastung an vielen Steilhängen möglich! Auch ohne menschliches Zutun sind einige kleine und mittlere Schneebrett- und Lockerschneelawinen zu erwarten, die teilweise Staubanteil und damit größere Reichweiten entwickeln können. Auch einzelne große Abgänge sind nicht ausgeschlossen.
In tiefen und mittleren Lagen kann der Neuschnee vom Boden weg als Rutsch oder kleine Gleitschneelawine abgehen.

Der erste schöne Tag nach längerem Schlechtwetter ist typischerweise besonders lawinenaktiv und erfordert daher besonders Zurückhaltung und überlegt Routenwahl!

Schneedeckenaufbau

Der ergiebige Schneefall der letzten Tage konnte sich aufgrund der tiefen Temperaturen vorerst nur wenig setzen. Starker bis stürmischer Wind aus zuletzt meist NW bis NO hat den Schnee von der Waldgrenze aufwärts umgelagert, exponierte Bereiche zum Teil blank gefegt und eindrucksvolle Dünen und Wechten hinterlassen. Belastungstests zeigen vor allem eine Störanfälligkeit innerhalb der letzten Neuschneepakete (überwehter Pulver). Bis in Höhen um 2000/2200 m ist die Verbindung zur angefeuchteten Altschneeunterlage besser. Auf den in der Vorwoche noch aperen Steilflächen öffnen sich Gleitschneerisse.
Altschneedecke: im Nordsektor gibt es im unteren Drittel der Schneedecke und bodennah sehr weiche Schichten aus großen bindungslosen Kristallen, die bei Lawinenauslösungen als sekundäre Bruchflächen dienen können.
Starke Einstrahlung und Erwärmung bringen heute einen kräftigen Setzungsimpuls, die Spannungen in der Schneedecke steigen dadurch vorübergehend an.

Alpinwetter der ZAMG Salzburg

Heute scheint auf den Bergen die Sonne von der Früh weg. Die Sicht ist ausgezeichnet. Tagsüber ziehen ein paar harmlose Wolken durch. Es bleibt trocken. Im Hochgebirge weht kräftiger Nordwind, ansonsten bleibt der Nordwestwind meist schwach. Die Temperaturen steigen tagsüber in allen Höhen deutlich an. In 2000m von -11 auf -4 Grad, in 3000m von -16 auf -6 Grad.
In den Nordalpen wird die Sicht morgen, Samstag, bereits am Vormittag häufig durch Wolken und Nebel eingeschränkt. Zudem kann es zeitweise regnen oder schneien. Schneefallgrenze um 1500 m. In den Tauern scheint bis über Mittag bei guter Sicht zeitweise die Sonne. Regen und Schneefall erreichen den Alpenhauptkamm teilweise erst am Abend. Lebhafter Wind aus Nordwest. In 2000m zu Mittag um -1 Grad, in 3000m um -8 Grad. Ab den Nachmittagsstunden beginnt es abzukühlen und die Schneefallgrenze sinkt bis zum Abend gegen 1000 m.

Tendenz

Im Nordalpenbereich belastet Regeneintrag in tiefen und mittleren Lagen die Schneedecke. In den Hochlagen weiterhin Triebschneeproblem, die Zahl der Gefahrenstellen und die spontane Lawinenaktivität geht aber zurück.





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