Newsletter | als PDF als PDF

English Version english version



Lagebericht
Di. 21.03.2017
update 21.03.17 7:20 (Michael Butschek)

Festigkeitsverlust im Tagesverlauf

Nachmittag

Vormittag

Die bis in Höhen um 2000 m durchnässte oder zumindest angefeuchtete Schneedecke ist anfangs je nach Höhenlage verkrustet oder sulzig. Die Kältereserve schwindet tagsüber je nach Einstrahlung. Kleine und mittlere Nassschneelawinen (teilweise vom Grund weg) sind im Tagesverlauf möglich. In hohen und hochalpinen Lagen der Hohen Tauern und Nordalpen noch Gefahrenstellen durch Triebschnee (NW-N-O), der vereinzelt noch bei geringer Belastung auslösbar ist.

Gefahrenbeurteilung

Die Lawinengefahr steigt tagsüber an und wird - je nach Sonne und Regen - am Nachmittag zum Teil ERHEBLICH. Aus nicht entladenen Bereichen sind ab dem Vormittag spontan und künstlich ausgelöste nasse Lockerschnee- und Schneebrettlawinen, teilweise vom Grund weg, möglich. Lawinen können - je nach Schneerücklage - mittlere Größe erreichen. In den Hohen Tauern sind auch einzelne große Abgänge nicht ausgeschlossen. In den Nockbergen dominiert noch das Altschneeproblem mit Gefahrenstellen im erweiterten Nordsektor ab 2000/2200m in den schneearmen, oft auch felsdurchsetzten Steilhängen und schneearmen Übergängen, wo insbesondere bei großer Belastung ein Schneebrett auslgelöst werden kann.

Oberhalb von etwa 2500 m Gefahrenstellen durch Triebschnee in steilen Rinnen, insbesondere im NW über N bis SO schauenden Gelände und hinter Geländekanten (auch kammfern). Eine Auslösung ist dort insbesondere bei großer Zusatzbelastung möglich!

Schneedeckenaufbau

Die Schneedecke ist bis in Höhen um 2000 m durchfeuchtet oder nass. Der nächtliche Festigkeitsgewinn war unterschiedlich, nördlich der Tauern zum Teil durch hochnebelartige Wolken bis knapp 2000 m eingeschränkt. Darüber konnte die Schneedecke jedoch oberflächlich an Festigkeit gewinnen. Diese Kältereserve wird heute je nach Einstrahlung unterschiedlich rasch aufgebraucht. Mögliche Regenschauer in der zweiten Tageshälfte wirken zusätzlich belastend.

Hochalpin ist die Schneedecke stark vom Wind bearbeitet, oft hart oder windgepresst. Der Triebschnee (Sturm aus W bis N) von 2500 m aufwärts hat durch die milden Temperaturen an Festigkeit gewonnen. Mögliche Bruchflächen für Lawinen gibt es im Altschnee in Form von weichen kantigen Schichten unter dem letzten Schneefall sowie nordseitig ab ca. 2100 m im unteren Drittel der Schneedecke. Bodennahe, sehr weiche Schichten aus großen, bindungslosen Becherkristallen zeigen eine hohe Neigung zur mitunter großflächigen Bruchausbreitung.

Alpinwetter der ZAMG Salzburg

Der Vormittag ist brauchbar. Ober 2000m stehen die Gipfel zunächst noch in der Sonne. Der Alpenhauptkamm und der Süden sind völlig frei, an den Nordalpen stauen sich von Norden her tiefe Wolken. Schwacher Wind. Am Nachmittag zieht es zu, die Sicht wird diffus. Gegen Abend hin setzt leichter Niederschlag ein, Schnee erst oberhalb von etwa 2000m Seehöhe. Der Wind legt am Nachmittag leicht zu. In 2000m hat es um 0 bis 2 Grad, in 3000m um -3 Grad..

Morgen, Mittwoch, dominiert Nebel in mehreren Stockwerken. Die meiste Zeit ist es trocken. Hin und wieder nieselt oder tröpfelt es leicht aus den tiefen Wolken; tagsüber am ehesten unmittelbar am Alpenhauptkamm und im Lungau. Unbedeutende Schneeflocken fallen erst oberhalb von 2000m. Schwacher, in den Föhnschneisen der Tauern auch lebhafter Südwind um 40-50 km/h. In 2000m +2 Grad, in 3000m -4 Grad.

Tendenz

Morgen Nassschneeproblem bis in Höhen um 2000 m. Geringe Festigkeiten durch milde Temperaturen und Regen.





Suche Archiv