Newsletter | als PDF als PDF

English Version english version



Lagebericht
So. 05.02.2017
update 05.02.17 7:29 (Bernhard Niedermoser)

Triebschnee ab 2000 m meiden

Nachmittag

Vormittag

Hauptproblem: frischer und älterer Triebschnee, vorwiegend im Nord- und Ostsektor ober 2000 m. Der letzte Triebschnee ist kleinräumig, dünn (bis max. 20 cm, oft weniger), aber teilweise leicht auslösbar und teilweise überschneit. Die ältere Schneeschicht von Wochenmitte ist härter und vereinzelt mit großer Belastung ansprechbar. Schneebretter können vor allem in den Hohen Tauern und Grasbergen auf tiefe Schichten durchschlagen und groß werden. Kein Durchfeuchtungsproblem.

Gefahrenbeurteilung

Die Lawinengefahr ist in den Tauern ERHEBLICH (3), sonst verbreitet MÄßIG (2), in den Nockbergen GERING (1).

Die dünne Schneeauflage macht den Schnee wieder etwas fahrbarer. Aufpassen sollte man auf die letzten Triebschneepakete. Diese findet man im Nordsektor und im Osten, sowie in den Föhnschneisen in Mulden und Rinnen oberhalb von 1800/2000m. Teilweise kann man diese kleinräumigen Pakete durch einzelne Personen auslösen. Ältere Gefahrenstellen die vor ein paar Tagen entstanden sind, liegen ebenfalls in den gleichen Richtungen, brauchen meist aber schon einen größeren Impuls zur Auslösung. Vor allem im Bereich der Hohen Tauern und der Grasberge im Oberpinzgau sind Lawinen an einzelnen Stellen auch im Altschnee auslösbar und können dann größere Ausmaße annehmen!

Spontane Lawinenaktivität: Minimal. Nur kleine Rutsche aus dem extrem steilen Südsektor und harmlose Gleitschneelawinen sind möglich.

Schneedeckenaufbau

Letzte Nacht hat es 5-10 cm geschneit, anfangs mit Westwind. Die dünne Auflage überdeckt eine verkrustete und großteils tragende Oberfläche, sowie kleinräumige Triebschneepakete oder Triebschneelinsen (10-max. 20 cm dick), die gestern in den Föhnschneisen der Tauern und teilweise auch ober der Waldgrenze entstanden sind. Diese kleinräumigen Triebschneepakete sind relativ leicht zu stören.

Der letzte „stärkere“ Schneefall vom 31.1./02.01. ist inzwischen härter, liegt aber im Nordsektor auf weichen Schichten und ist somit bei großer Belastung noch ansprechbar.

Die Schwachschichten tiefer im Altschnee (schattseitig oberhalb 1900 m, ab 2200 m auch west- und ostseitig) sind vielfach gut überdeckt. Dennoch kommen sie in den inneralpinen Bereichen (speziell Hohe Tauern, Pinzgauer Grasberge) noch als Bruchflächen in Betracht.

Alpinwetter der ZAMG Salzburg

Heute ist es bis etwa 10 oder 11 Uhr wolkenlos bei extrem guter Fernsicht. Dann ziehen rasch hohen Wolken auf, die am Nachmittag fortlaufend dicker werden. Die Sonne wird zum hellen Fleck und verschwindet später völlig. In der Nacht schneit es rund 5 cm. WIND: unmittelbar am Alpenhauptkamm und im Hochgebirge der Nordalpen legt es wieder zu, wird stark bis stürmisch und kommt aus SW-S (Föhn). TEMPERATUREN: kälter als zuletzt, -4 bis 0 Grad in 2000m und -8 Grad in 3000m.

Morgen, Montag, dominiert Nebel und es schneit leicht bis mäßig stark. Größenordnung um 15 bis max. 20 cm. Wind verfrachtet in den Hochlagen und am Alpenhauptkamm. Deutlich kälter: in 2000m hat es um -7 Grad, in 3000m um -10 Grad.

Tendenz

Neuschnee, der teilweise verfrachtet wird, führt im Tagesverlauf zu einem leichten Anstieg der Lawinengefahr.





Suche Archiv