Auf klare Nächte und Tagesgang achten! Nur in den ersten Stunden Stufe 1. Salzburg 29.04.2012 19:00

Sehr früh aufstehen, Touren und Gelände passend auswählen und Touren unbedingt rechtzeitig beenden, nur in den ersten Stunden gilt Stufe 1! Naßschneesituation mit markantem Tagesgang. Die LWZ stellt hiermit die tägliche Berichterstellung für heuer ein.


Gefahrenbeurteilung:
Prognose für MONTAG und DIENSTAG (30.4. u. 1.5.):

NASSSCHNEE: Es dominiert ein deutlicher Tagesgang: Am Morgen und am frühen Vormittag für wenige Stunden meist GERINGE (1) Gefahr. Es gibt am Montag und Dienstag einen nicht allzu dicken Harschdeckel der oberhalb von ca. 2200m ein paar Stunden ordentlich trägt. Die tragfähige Firnphase ist kurz. Schon am späten Vormittag (je nach Hangausrichtung) weicht es auf und wird im Südsektor tief, die Gefahr von selbst ausgelösten Feuchtschneerutschen und spontanen Naßschneeabgängen steigt rasch an und wird spätestens ab Mittag unter 2800m ERHEBLICH (3). Hauptsächlich mittelgroße Lawinen sind möglich, vereinzelt ist auch noch eine große spontane Lawine dabei. Zu beachten: Noch nicht entladene, sehr steile Einzugsbereiche im Höhenbereich 2300-2800m, inkl. Auslaufbereiche.

TROCKENE LAWINEN: Sind derzeit kein wirkliches Thema. Nur oberhalb von ca. 2800 m gibt es in den Hohen Tauern vereinzelt noch Gefahrenstellen für trockene Schneebretter, primär im sehr steilen Nordsektor.


Schneedeckenaufbau:
Die letzten drei Tage waren außergewöhnlich warm, heute wehte zudem ein Föhnsturm. Dies führte einerseits zu einer sehr starken Durchfeuchtung und andererseits zu einer sehr starken Verdunstung. Die Schneehöhen sind bis in die Gletscherregionen hinauf stark zurückgegangen und es gab sehr viele kleine, zahlreiche mittelgroße und einzelne große Naßschneeabgänge, wie erwartet.

In den nächsten Tagen schreitet die Durchfeuchtung weiter voran, obwohl die Temperaturen langsam zurückgehen. Die Nächte sind in den kommenden Tagen nur teilweise klar, unterbrechen den Durchfeuchtungsprozess aber kurz. Wichtig: Der Höhenbereich oberhalb von etwa 2300-2800m ist in den meisten Gebirgsgruppen noch nicht völlig entladen. Da die Altschneedecke heuer relativ homogen ist und oft nur wenige Schwachschichten aufweist, sind die größeren Abgänge durchwegs Grundlawinen oder Gleitschneelawinen aus den sehr steilen Bereichen.


Wetter:
Kommende Nacht ist anfangs bewölkt, nach Mitternacht dann eher klar. Der Föhnsturm lässt deutlich nach. Am Montag scheint meist die Sonne, könnte sogar überwiegend wolkenlos sein. Der Wind kommt aus Südwest, ist aber meist nur noch mäßig stark, direkt am Alpenhauptkamm sind in den Föhnschneisen eventuell noch 40-60 km/h möglich. Nicht mehr so extrem warm wie zuletzt: in 2000m 7 bis 10 Grad, in 3000m +1 bis +3 Grad.

Am Dienstag zunächst recht sonnig, nach einer meist klaren Nacht. Am Nachmittag wachsen Haufenwolken, die hohen Gipfel geraten zeitweise in Nebel. Später sind einzelnen kurze, sommerliche Regengüsse möglich. Mäßige Südwestwinde. In 2000m um +8 Grad, in 3000m +1 Grad.


Tendenz:
Allgemeines zur weiteren Entwicklung: Tage nach klaren Nächten nutzen. Tage mit bedeckten Nächten oder feuchtmilde Tage meiden. Bei den noch ausständigen spontanen Lawinen handelt es sich um kleine Rutsche bis mittlere Abgänge, aus nicht entladenen Strichen aus den Hochlagen können heuer bis weit in den Mai hinein auch vereinzelt noch große Naßschneelawinen abgehen (bedeckte Nächte, milde Temperaturen oder Regen weit hinauf). Wanderwege und exponierte Hüttenzustiege könnten an diesen kritischen Tagen vereinzelt noch betroffen sein.

Die Lawinenwarnzentrale Salzburg stellt hiermit die tägliche Berichterstellung für diese Saison ein. Eine Aktualisierung erfolgt bei einer grundlegenden Änderung, etwa bei einem massiven Wintereinbruch im Hochgebirge. Bitte nutzen sie den automatischen E-Mail-Versand des Lawinenlageberichts, um am Laufenden zu bleiben.

Das Team der LWZ bedankt sich für die gute Zusammenarbeit mit den Beobachtern unserer 17 bemannten Stationen, den Nachmittagsbeobachtern, der Alpenpolizei, den Piloten vom BMI und den zahlreichen Rückmeldungen aus dem Kreis der Tourengeher und die sehr dichte und aktuelle Information der 70 Lawinenwarnkommissionen! Wir freuen uns schon darauf, viele von Euch bei der traditionellen Abschlussveranstaltung am 1. Juni zu sehen!

Eure Lawinenprognostiker: C. Riedl, M. Butschek und B. Niedermoser



Lagebericht suchen:



Karte:

Auf klare Nächte und Tagesgang achten! Nur in den ersten Stunden Stufe 1. Salzburg 29.04.2012 19:00

Sehr früh aufstehen, Touren und Gelände passend auswählen und Touren unbedingt rechtzeitig beenden, nur in den ersten Stunden gilt Stufe 1! Naßschneesituation mit markantem Tagesgang. Die LWZ stellt hiermit die tägliche Berichterstellung für heuer ein.


Gefahrenbeurteilung:
Prognose für MONTAG und DIENSTAG (30.4. u. 1.5.):

NASSSCHNEE: Es dominiert ein deutlicher Tagesgang: Am Morgen und am frühen Vormittag für wenige Stunden meist GERINGE (1) Gefahr. Es gibt am Montag und Dienstag einen nicht allzu dicken Harschdeckel der oberhalb von ca. 2200m ein paar Stunden ordentlich trägt. Die tragfähige Firnphase ist kurz. Schon am späten Vormittag (je nach Hangausrichtung) weicht es auf und wird im Südsektor tief, die Gefahr von selbst ausgelösten Feuchtschneerutschen und spontanen Naßschneeabgängen steigt rasch an und wird spätestens ab Mittag unter 2800m ERHEBLICH (3). Hauptsächlich mittelgroße Lawinen sind möglich, vereinzelt ist auch noch eine große spontane Lawine dabei. Zu beachten: Noch nicht entladene, sehr steile Einzugsbereiche im Höhenbereich 2300-2800m, inkl. Auslaufbereiche.

TROCKENE LAWINEN: Sind derzeit kein wirkliches Thema. Nur oberhalb von ca. 2800 m gibt es in den Hohen Tauern vereinzelt noch Gefahrenstellen für trockene Schneebretter, primär im sehr steilen Nordsektor.


Schneedeckenaufbau:
Die letzten drei Tage waren außergewöhnlich warm, heute wehte zudem ein Föhnsturm. Dies führte einerseits zu einer sehr starken Durchfeuchtung und andererseits zu einer sehr starken Verdunstung. Die Schneehöhen sind bis in die Gletscherregionen hinauf stark zurückgegangen und es gab sehr viele kleine, zahlreiche mittelgroße und einzelne große Naßschneeabgänge, wie erwartet.

In den nächsten Tagen schreitet die Durchfeuchtung weiter voran, obwohl die Temperaturen langsam zurückgehen. Die Nächte sind in den kommenden Tagen nur teilweise klar, unterbrechen den Durchfeuchtungsprozess aber kurz. Wichtig: Der Höhenbereich oberhalb von etwa 2300-2800m ist in den meisten Gebirgsgruppen noch nicht völlig entladen. Da die Altschneedecke heuer relativ homogen ist und oft nur wenige Schwachschichten aufweist, sind die größeren Abgänge durchwegs Grundlawinen oder Gleitschneelawinen aus den sehr steilen Bereichen.


Wetter:
Kommende Nacht ist anfangs bewölkt, nach Mitternacht dann eher klar. Der Föhnsturm lässt deutlich nach. Am Montag scheint meist die Sonne, könnte sogar überwiegend wolkenlos sein. Der Wind kommt aus Südwest, ist aber meist nur noch mäßig stark, direkt am Alpenhauptkamm sind in den Föhnschneisen eventuell noch 40-60 km/h möglich. Nicht mehr so extrem warm wie zuletzt: in 2000m 7 bis 10 Grad, in 3000m +1 bis +3 Grad.

Am Dienstag zunächst recht sonnig, nach einer meist klaren Nacht. Am Nachmittag wachsen Haufenwolken, die hohen Gipfel geraten zeitweise in Nebel. Später sind einzelnen kurze, sommerliche Regengüsse möglich. Mäßige Südwestwinde. In 2000m um +8 Grad, in 3000m +1 Grad.


Tendenz:
Allgemeines zur weiteren Entwicklung: Tage nach klaren Nächten nutzen. Tage mit bedeckten Nächten oder feuchtmilde Tage meiden. Bei den noch ausständigen spontanen Lawinen handelt es sich um kleine Rutsche bis mittlere Abgänge, aus nicht entladenen Strichen aus den Hochlagen können heuer bis weit in den Mai hinein auch vereinzelt noch große Naßschneelawinen abgehen (bedeckte Nächte, milde Temperaturen oder Regen weit hinauf). Wanderwege und exponierte Hüttenzustiege könnten an diesen kritischen Tagen vereinzelt noch betroffen sein.

Die Lawinenwarnzentrale Salzburg stellt hiermit die tägliche Berichterstellung für diese Saison ein. Eine Aktualisierung erfolgt bei einer grundlegenden Änderung, etwa bei einem massiven Wintereinbruch im Hochgebirge. Bitte nutzen sie den automatischen E-Mail-Versand des Lawinenlageberichts, um am Laufenden zu bleiben.

Das Team der LWZ bedankt sich für die gute Zusammenarbeit mit den Beobachtern unserer 17 bemannten Stationen, den Nachmittagsbeobachtern, der Alpenpolizei, den Piloten vom BMI und den zahlreichen Rückmeldungen aus dem Kreis der Tourengeher und die sehr dichte und aktuelle Information der 70 Lawinenwarnkommissionen! Wir freuen uns schon darauf, viele von Euch bei der traditionellen Abschlussveranstaltung am 1. Juni zu sehen!

Eure Lawinenprognostiker: C. Riedl, M. Butschek und B. Niedermoser