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Lagebericht
Mi. 26.04.2017
update heute 7:13 (Bernhard Niedermoser)

Föhnsturm. Mäßiges Nassschneeproblem unter 2400m

Nachmittag

Vormittag

Bis ca. 2400m hinauf ist der Schnee in den obersten 10 bis 20 cm weich und teilweise ziemlich feucht. Je nach vorhandener Schneemenge ist die Gefahr hier GERING oder MÄßIG (2). Spontane Rutsche, kleine Nassschneelawinen und selbst ausgelöste Schneeschichten im Steilen sind mögliche Gefahren. Weiter oben dominieren harte, teils eisige Oberflächen. Lediglich unmittelbar im Bereich der Föhnmauer bilden sich im Tagesverlauf dünne Triebschneepakete (ansteigende Schneebrettgefahr).

Gefahrenbeurteilung

Hauptthema ist das Nassschneeproblem, welches heute schon von Beginn an existiert. Die Obergrenzen sind regional durch den Föhn aber sehr unterschiedlich. An der Nordseite der Nordalpen und direkt am Alpenhauptkamm reicht das Ausweichen bis 2000m hinauf, dazwischen wird es teilweise bis 2400m hinauf noch weich. Kleine nasse Rutsche und Lockerschneelawinen sind hier möglich, sowohl spontan oder als auch von Wintersportlern ausgelöste. In tiefen und mittleren Höhen sind harmlose Gleitschneelawinen möglich.

Das zweite Gefahrenmoment bezieht sich auf frische Triebschneepakete, die im Tagesverlauf unmittelbar im Bereich der Föhnmauer entstehen. Diese zumeist dünnen Triebschneelinsen und –pakete sind zwar eher leicht zu stören, aber sehr kleinräumig und heute oft nur 10 bis 15 cm dick. Gefahrenpunkte bilden sich ab ca. 2400m in Rinnen und kammfern hinter Geländekanten. Anstieg der Schneebrettgefahr auf MÄSSIG (2).

Schneedeckenaufbau

Die letzten zwei Tage waren warm. Bis rund 3000m hinauf ist es im Südsektor (O-S-W) weich geworden. Nach bedeckter Nacht ist es heute unter 2400 bis 2000m von Beginn an weich. Ab ca. 2400m sind die Oberflächen durch die Kombi aus Sturm und Wärme bockhart, am Alpenhauptkamm teilweise auch eisig. Trotz des starken Föhns wurde bisher kaum etwas verfrachtet. Erst mit dem einsetzenden Schneefall aus der Föhnmauer heraus, kommt wieder trockener Triebschnee ins Spiel. Mit der Erwärmung weicht die Schneedecke heute wieder auf, wobei der Großteil der Feuchtigkeit wieder im Föhnwind verdunstet und daher vergleichsweise wenig Schmelzwasser tiefer in die Schneedecke eindringt.

Der umfangsreichen Triebschneepakete der Vorwochen sind kaum zu stören. Relevanter ist die Schwachschicht aus den Jännertagen tief in der Altschneedecke drin, diese könnte bei einer Lawinenauslösung oder starker Durchfeuchtung angesprochen werden.

Alpinwetter der ZAMG Salzburg

Heute stürmt der Südföhn. Die Gipfel sind großteils bzw. immer wieder im Nebel, Wolken dominieren. Am Alpenhauptkamm Südwind um 80 bis 100 km/h, in den Nordalpen um im Lungau 50 bis 70 km/h. Am Nachmittag oder gegen Abend hin setzt überall leichter/mäßiger Niederschlag ein und der Wind lässt nach. Unmittelbar in der Föhnmauer schneit es tagsüber immer wieder leicht mit bis zu 10 bis 15 cm bis zum Abend. Die Schneefallgrenze sinkt im Norden am Abend auf 1000m, in den Tauern auf 1900 m. In 2000m von +3 bis -2 Grad, in 3000m um -4 Grad.

Morgen, Donnerstag, bleibt es bewölkt, nebelig und in den Tauern weht noch starker Südwind. Insgesamt ist es deutlich kälter und es schneit wieder mehr. Am stärksten schneit es im Lungau und unmittelbar am Alpenhauptkamm mit 20 bis 30 cm ober 2000m. Nach Norden hin sind es verteilte 5 bis 10 cm ober 1300 bis 1800m. In 2000m zwischen -4 Grad im Norden und -2 Grad nach Süden, in 3000m -6 Grad.

Tendenz

Neuschnee und Wind bilden vor allem in den Tauern relevanten Triebschnee ab 2000/2200m aufwärts. Das Nassschneeproblem tritt in den Hintergrund.





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