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Lagebericht
So. 26.03.2017
update heute 7:03 (Bernhard Niedermoser)

Frühjahrssituation. Mäßiger Tagesgang unter 2300m

Nachmittag

Vormittag

Bis 2500m hinauf dominiert ein fester Schmelzdeckel, der heute langsamer auffirnt und je nach Richtung und Höhe unterschiedlich weich wird. Anstieg von GERING (1) auf MÄßIG (2). Nur in extrem steilen Sonnseiten lassen sich Feuchtschneerutsche provozieren. Am Nachmittag sind dort einzelne kleine bis max. mittlere spontane Lawinen möglich. Schattseitig bleibt es teilweise auch am Nachmittag ruppig. Ober 2300m ganztags GERINGE (1) Gefahr.

Gefahrenbeurteilung

Perfekte Firnverhältnisse. Wer seine Unternehmung zeitlich und von der Hangausrichtung her richtig taktet, wird belohnt. Der Harsch firnt in der Sonne schön auf. Rein schattseitig bleibt es hingegen wahrscheinlich auch am Nachmittag hart bis ruppig. Mit dem Aufweichen nehmen die Gefahrenmomente im Tagesverlauf zu und steigen in der Bewertung auf MÄßIG (2) an. Jener Bereich, wo sich am meisten tut, liegt zwischen 1900 und 2300m in den Richtungen Ost über Süd bis Südwest. Im extrem steilen Südsektor kann man, wenn man zu spät dran ist, Feuchtschneerutsche auslösen und damit mitgerissen werden. Von selbst können sich ab etwa Mittag und am Nachmittag kleine und einzelne mittelgroße Nassschneelawinen aus noch nicht entladenen Strichen abgehen.

Im Hochgebirge ober 2300m ist das Gefahrenmoment heute GERING (1). Das Altschneethema im Nordsektor ober 2200m ist momentan vom Skifahrer kaum bzw. nur mit extrem großem Pech ansprechbar. Rein nordseitige, extrem steile Skitouren sollte man aber weiterhin vorsichtig beurteilen.

Schneedeckenaufbau

Nassschneeproblem: Letzte Nacht war sternenklar (ober 1600m). Es hat sich wieder weit rauf ein fester, tragender Schmelzharsch gebildet, der im Tagesverlauf aufweicht. Wobei das Auffirnen und Weichwerden heute langsamer geht und schwächer ist als an beiden Vortagen. Rein schattseitig firnt es heute teilweise gar nicht auf. Die spontane Lawinenaktivität war Freitag/Samstag überschaubar – klein bis mittelgroß und von der Anzahl her wenige. Die meisten Abgänge stammen noch von letztem Dienstag/Mittwoch. Hochalpin ist die Schneedecke trocken und es dominieren dort harte Windharschkrusten.

Altschneeproblem: Durch die Wärme in dieser Woche ist dieses Gefahrenmoment in den Hintergrund gerückt. Versteckt ab ca. 2200 m gibt es im Nordsektor verbreitet im unteren Drittel der Schneedecke und bodennah sehr weiche Schichten aus großen, zuckerartigen Kristallen.

Alpinwetter der ZAMG Salzburg

Heute neuerlich gutes Bergwetter mit längeren sonnigen Phasen. Der Start ist klar. Im Tal liegt Nebel mit Obergrenzen von 1400m, im Lungau bei 1700m. Darüber ziehen dünne hohe Wolken, die Gipfel bleiben frei. Südlich der Tauern entstehen ab Mittag Quellwolken, evtl. ist dort ein lokaler Schneeschauer dabei. Der Wind frischt auf und kommt lebhaft (40 km/h) und kalt aus Nordost bis Ost. Es kühlt vorübergehend ab: in 2000m von +3 auf -1 Grad, in 3000m von -3 auf -6 Grad.

Morgen, Montag, folgt einer kalten und sternenklaren Nacht ein Tag mit wolkenlosem Himmel, die Fernsicht ist ausgezeichnet. In den Hochlagen bleibt mäßig starker Nordostwind (um 40 km/h) spürbar. Temperaturen steigen wieder: in 2000m von +1 auf +5 Grad, in 3000m von -4 auf -1 Grad. Geringe Luftfeuchtigkeit!

Tendenz

Die neue Woche bringt eine Serie von schönen Frühjahrssituation mit mäßigem Tagesgang. Der Vormittag und das Hochgebirge sind sehr günstig. Das Ausapern schreitet voran.





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