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Lagebericht
Mo. 23.01.2017
update heute 7:20 (Bernhard Niedermoser)

Hauptproblem Föhn-Triebschnee von gestern

Nachmittag

Vormittag

Zwei Problemkreise gibt es derzeit, die durch die Auslösungen gestern leider bestätigt wurden: ein unterschiedlich stark ausgeprägtes Triebschneeproblem und ein im Verborgenen schlummerndes Altschneeproblem. Den letzten, meist gut erkennbaren Triebschnee im steilen Nordsektor sollte man heute meiden. Wegen dem schwer zu kalkulierenden Altschneeproblem sollte man extrem steile, schneearme Schattenhänge ab 1900 m mit Zurückhaltung begegnen. Weiterhin top Verhältnisse bis zur Waldgrenze.

Gefahrenbeurteilung

Die Schneebrettgefahr ist in den Tauern und in den Nordalpen zumindest ab 2200 m ERHEBLICH, in den übrigen kammnahen Bereichen MÄSSIG (2). Bis zur Waldgrenze und in den Nockbergen GERING (1).

Der letzte Föhn-Triebschnee ist teilweise im steilen Nordsektor noch leicht auslösbar. Der Impuls einer Person reicht mitunter schon aus, auch wenn die Schichten schon kompakter sind. Die kritischen Bereiche sind gut zu erkennen, liegen oft neben abgewehten und harten Flächen, sind oft kleinräumig. Die Triebschneepakete sind unterschiedlich dick, von 10 bis 30 cm. Gefahrenstellen gibt es hauptsächlich kammnah, in den Föhnschneisen auch kammfern hinter Geländekanten.

Das Altschneeproblem ist deutlich schwerer zu erahnen und deutlich seltener ansprechbar. Am ehesten in extrem steilen Übergängen von wenig zu viel und schneearme Steilhänge im Höhenbereich 1900 bis 2800 m (W-N-O).

Spontanes: Lawinen, die von selbst abgehen, sind heute unwahrscheinlich.

Schneedeckenaufbau

Triebschneeproblem: Es gibt frische Triebschneepakete vom gestrigen Föhnsturm, der teilweise auf lockerem Pulver oder auf Reifschichten liegt und dort leicht auslösbar ist. Einige der gestrigen Auslösungen passen zu diesem Schema. Umfangreicher ist er am Alpenhauptkamm und in den Hochlagen am Hochkönig. Der Triebschnee ist teilweise schon hart. Windexponierte Zonen sind stark abgeweht. Ältere Triebschneepakete vom Ostwind 18./19.01. sind weniger leicht ansprechbar.

Altschneeproblem: Schwachschichten im Altschnee sind durch gesetzte Schichten und hochalpin durch kompakten Windharsch relativ gut überdeckt. An ganz wenigen Stellen jedoch ansprechbar, wie ein Unfall gestern auch gezeigt hat. Zwei Schwachschichten gibt es im Inneren: eine am 11./12.01. eingeschneite dünne weiche Schicht (Reif oder kantiger Pulver) zw. 1300 und 1900 m (W-N-O) und am Boden den Zuckerschnee vom Dezember, der in den Hohen Tauern westlich vom Wiesbachhorn vergleichsweise am stärksten ausgeprägt ist (Nordsektor ober 2000 m).

Alpinwetter der ZAMG Salzburg

Heute ist es erneut ungetrübt sonnig. Der Wind ist schwach und dreht auf West. Es kühlt ab, es ist um ein paar Grade kälter als gestern. Temperaturen in 2000 m zwischen 0 und -3 Grad, in 3000m um -7 Grad.
Morgen, Dienstag, neuerlich wolkenlos oberhalb der Talnebel. Am Nachmittag frischt in exponierten Hochlagen kalter Ostwind auf. In 2000 m um -5 Grad, in 3000m um -9 Grad.

Tendenz

Die Schneebrettgefahr ist oberhalb der Waldgrenze am Dienstag überwiegend MÄSSIG (2) auf Grund älterer Triebschneepakete. An das Altschneeproblem im Nordsektor denken, ist latent im Hintergrund da, auch wenn es nur an ganz wenigen Punkten auslösbar ist.





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