Hochalpin heikler Triebschnee Salzburg 10.02.2012 07:30

Oberhalb von 2000-2400m ist die Einstufung überwiegend ERHEBLICH (Stufe 3). Die Einwehungen sind nicht allzu mächtig, aber leicht auszulösen und schwer zu erkennen, weil teilweise überschneit. Deutlich günstiger sind windgeschützte Bereiche, dort ist die Lawinengefahr im Wesentlichen sogar GERING (Stufe 1).


Gefahrenbeurteilung:
Die Gefährdung ist vor Ort mit zunehmender Seehöhe schwer einzuschätzen und schwer zu erkennen. Einerseits hängt die Schneebrettgefahr ausschliesslich vom teilweise regionalen Windeinfluß (von heute und der letzten Tage) ab, andererseits sind die Einwehungen nicht allzu mächtig, aber leicht auszulösen und zudem überschneit vom letzten Schnee. In Höhenbereichen oberhalb von 2000-2400m ist die Einstufung überwiegend ERHEBLICH (Stufe 3). Deutlich günstiger sind windgeschützte Bereiche, dort ist die Lawinengefahr im Wesentlichen sogar GERING (Stufe 1).

Der relevante Triebschnee ist zwar meist nicht allzu mächtig, ist aber leicht zu stören und kann in steilen Leebereichen die durchschnittliche Dimension einer klassischen "Skifahrerlawine" erreichen. Die meisten Gefahrenstellen gibt es in den eher untypischen Richtungen Südost über West bis Nord in Form von eher kammnahen Steilhängen und eingewehten Steilrinnen, am hochalpinen Alpenhauptkamm sind alle Richtungen betroffen. Die Zeichen des Windeinflusses bzw. die frischen Einwehungen sind nich überall gut zu erkennen.

Spontane Lawinen: Vorübergehend ist die Gleitschneeaktivität praktisch zum Erliegen gekommen.


Schneedeckenaufbau:
Der letzte kalte und lockere Schneefall der Wochenmitte (meist 15-20cm) wurde vor allem oberhalb von 2000-2400m mit starkem Ostwind abgeweht und in den kammnahen Westsektor abgelegt. In den letzten 12 Stunden fielen um 10 cm, in den Nordstaulagen bis 20 cm, sehr kalt und allgemein locker, begleitet von starkem Nordwestwind über einige Stunden. Dadurch gibt es nun kammnahe Triebschneepakete von der Wochenmitte und der letzten Nacht, die nicht selten auf einer ungünstigen weichen Schicht aus kantigen oder lockeren Kristallen lagern.

Die darunterliegende mächtige Altschneedecke ist generell eher spannungsarm. Die oberen Schichten sind von Kälte und aufbauender Umwandlung geprägt, insgesamt gibt es in der Altschneedecke aber derzeit kaum auslösbare Schwachschichten.


Wetter:
Der Tagesbeginn wird von Wolken geprägt aus denen letzte Schneeflocken fallen, nur im Lungau reisst es rasch auf. Überall sonst beginnt es am Vormittag über den Tälern aufzulockern. Am Nachmittag sollte die Sicht dann abseits der reinen Nordstaulagen meist ausreichend sein, vor allem der Alpennordrand bleibt aber von Norden her eher im Nebel. Der Wind dreht auf Nordost und ist zunächst schwach, am Nachmittag lebt der Ostwind vor allem oberhalb von 2200 bis 2500m auf und wird teilweise stark. Der strenge Frost schächt sich nur geringfügig ab, in 2000m von -20 auf -18 Grad, in 3000m von -25 auf -22 Grad ansteigend.

Morgen, Samstag, allgemein ein Wetter-Nord-Süd-Gefälle und einen Tagesgang: Die ersten Stunden bzw. am Morgen wahrscheinlich in den meisten Gebirgsgruppen ausreichende Sicht und anfangs vor allem in der Nordhälfte Salzburgs noch etwas Sonne. Dann zieht es von Süden her rasch zu, Gipfel geraten in Nebel, nach Norden hin hält die Sicht am längsten. Aus den dichter werdenden Wolken kann es leicht schneien, in den Niederen Tauern und im Lungau bis Samstagfrüh maximal 10 cm, sonst bis 5 cm. Oberhlab von etwa 2400 m weht starker Ostwind. Temperaturen gehten leicht nach oben: in 1500 und 2000m um -16 Grad, in 3000m -19 Grad.


Tendenz:
Voraussichtliche Einstufung Samstag: Überwiegend Stufe 2 bzw in den windgeschützten Bereichen Stufe 1. Hochalpin durch den auflebenden Ostwind Stufe 3. Gefahrenmoment: trockene, eher kammnahe Schneebretter, meist mit geringer bis mittlerer Mächtigkeit und Ausdehnung.


B. Niedermoser


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Hochalpin heikler Triebschnee Salzburg 10.02.2012 07:30

Oberhalb von 2000-2400m ist die Einstufung überwiegend ERHEBLICH (Stufe 3). Die Einwehungen sind nicht allzu mächtig, aber leicht auszulösen und schwer zu erkennen, weil teilweise überschneit. Deutlich günstiger sind windgeschützte Bereiche, dort ist die Lawinengefahr im Wesentlichen sogar GERING (Stufe 1).


Gefahrenbeurteilung:
Die Gefährdung ist vor Ort mit zunehmender Seehöhe schwer einzuschätzen und schwer zu erkennen. Einerseits hängt die Schneebrettgefahr ausschliesslich vom teilweise regionalen Windeinfluß (von heute und der letzten Tage) ab, andererseits sind die Einwehungen nicht allzu mächtig, aber leicht auszulösen und zudem überschneit vom letzten Schnee. In Höhenbereichen oberhalb von 2000-2400m ist die Einstufung überwiegend ERHEBLICH (Stufe 3). Deutlich günstiger sind windgeschützte Bereiche, dort ist die Lawinengefahr im Wesentlichen sogar GERING (Stufe 1).

Der relevante Triebschnee ist zwar meist nicht allzu mächtig, ist aber leicht zu stören und kann in steilen Leebereichen die durchschnittliche Dimension einer klassischen "Skifahrerlawine" erreichen. Die meisten Gefahrenstellen gibt es in den eher untypischen Richtungen Südost über West bis Nord in Form von eher kammnahen Steilhängen und eingewehten Steilrinnen, am hochalpinen Alpenhauptkamm sind alle Richtungen betroffen. Die Zeichen des Windeinflusses bzw. die frischen Einwehungen sind nich überall gut zu erkennen.

Spontane Lawinen: Vorübergehend ist die Gleitschneeaktivität praktisch zum Erliegen gekommen.


Schneedeckenaufbau:
Der letzte kalte und lockere Schneefall der Wochenmitte (meist 15-20cm) wurde vor allem oberhalb von 2000-2400m mit starkem Ostwind abgeweht und in den kammnahen Westsektor abgelegt. In den letzten 12 Stunden fielen um 10 cm, in den Nordstaulagen bis 20 cm, sehr kalt und allgemein locker, begleitet von starkem Nordwestwind über einige Stunden. Dadurch gibt es nun kammnahe Triebschneepakete von der Wochenmitte und der letzten Nacht, die nicht selten auf einer ungünstigen weichen Schicht aus kantigen oder lockeren Kristallen lagern.

Die darunterliegende mächtige Altschneedecke ist generell eher spannungsarm. Die oberen Schichten sind von Kälte und aufbauender Umwandlung geprägt, insgesamt gibt es in der Altschneedecke aber derzeit kaum auslösbare Schwachschichten.


Wetter:
Der Tagesbeginn wird von Wolken geprägt aus denen letzte Schneeflocken fallen, nur im Lungau reisst es rasch auf. Überall sonst beginnt es am Vormittag über den Tälern aufzulockern. Am Nachmittag sollte die Sicht dann abseits der reinen Nordstaulagen meist ausreichend sein, vor allem der Alpennordrand bleibt aber von Norden her eher im Nebel. Der Wind dreht auf Nordost und ist zunächst schwach, am Nachmittag lebt der Ostwind vor allem oberhalb von 2200 bis 2500m auf und wird teilweise stark. Der strenge Frost schächt sich nur geringfügig ab, in 2000m von -20 auf -18 Grad, in 3000m von -25 auf -22 Grad ansteigend.

Morgen, Samstag, allgemein ein Wetter-Nord-Süd-Gefälle und einen Tagesgang: Die ersten Stunden bzw. am Morgen wahrscheinlich in den meisten Gebirgsgruppen ausreichende Sicht und anfangs vor allem in der Nordhälfte Salzburgs noch etwas Sonne. Dann zieht es von Süden her rasch zu, Gipfel geraten in Nebel, nach Norden hin hält die Sicht am längsten. Aus den dichter werdenden Wolken kann es leicht schneien, in den Niederen Tauern und im Lungau bis Samstagfrüh maximal 10 cm, sonst bis 5 cm. Oberhlab von etwa 2400 m weht starker Ostwind. Temperaturen gehten leicht nach oben: in 1500 und 2000m um -16 Grad, in 3000m -19 Grad.


Tendenz:
Voraussichtliche Einstufung Samstag: Überwiegend Stufe 2 bzw in den windgeschützten Bereichen Stufe 1. Hochalpin durch den auflebenden Ostwind Stufe 3. Gefahrenmoment: trockene, eher kammnahe Schneebretter, meist mit geringer bis mittlerer Mächtigkeit und Ausdehnung.


B. Niedermoser