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Lagebericht
Fr. 03.06.2016
update 03.06.16 17:11 (Bernhard Niedermoser)

Spontane Junilawinen im Hochgebirge der Hohen Tauern

Nachmittag

Vormittag

Durch die feuchte Wärme nimmt die Lawinenaktivität im Hochgebirge der Hohen Tauern, dort wo es noch Rücklagen gibt, vorübergehend für ein paar Tage deutlich zu. Einige mittelgroße und einzelne große Lawinen vom Boden weg aus dem extremen Steilgelände sind möglich. Betrifft die Hohe Tauern, von etwa 2700 m aufwärts, vor allem den Nordsektor (aber nicht nur). Diese Lawinenaktivität kann sich je nach Wetter bis in Richtung 10. Juni ziehen.

Gefahrenbeurteilung

Im Hochgebirge (2700 bis 3100m) tut sich in diesen Tagen spontan einiges !! Seit dem Monatswechsel ist es sehr warm in der Höhe und gleichzeitig 100% feucht. Ergebnis: Aktives Schmelzen. Dazu kommt noch Regen bis 3000 m hinauf, in eng begrenzten Schauern auch kräftig. Viel Wasser kommt in die Schneedecke und erreicht erstmalig im Frühjahr auch die tiefen Schichten. (Man sieht es auch an den vollen Bächen die überall aus dem Schnee rauskommen).

Der April war kalt und auch der Mai brachte noch viel trockenen Neuschnee im Hochgebirge. Nur einzelne Tage waren sehr warm.

Durch die erste längere Wärmephase in Kombination mit Regen weit rauf werden nun auch die bodennahen Schwachschichten, welche im schneearmen Frühwinter entstanden sind, angesprochen.

Resultat: Einige mittelgroße und einzelne große Lawinen vom Boden weg aus dem extremen Steilgelände, natürlich nur dort wo es entsprechende Rücklagen gibt (Hohe Tauern; 2700m aufwärts, vor allem im Bereich NW-N-O). Diese Lawinenaktivität wird in den nächsten Tagen anhalten. Je nach Wetterentwicklung kann diese aktivere Phase bis zum 10. Juni anhalten.

Schneedeckenaufbau

Alpinwetter der ZAMG Salzburg

Immer aktuell unter: www.zamg.ac.at

Tendenz

Eine Aktualisierung erfolgt bei einer grundlegenden und deutlichen Änderung, etwa bei einem massiven Wintereinbruch im Hochgebirge. Bitte nutzen sie den automatischen E-Mail-Versand des Lawinenlageberichts, um am Laufenden zu bleiben.

Das Team der LWZ bedankt sich für die gute Zusammenarbeit mit den Beobachtern unserer 17 bemannten Stationen, den Nachmittagsbeobachtern, der Alpinpolizei, den Piloten vom BMI und den zahlreichen Rückmeldungen aus dem Kreis der Tourengeher und die sehr dichte und aktuelle Information der 70 Lawinenwarnkommissionen! Danke auch an unseren Jeffrey McCabe für die lebendige Übersetzung ins Englische!

L. Hofer, C. Riedl, C. Ortner, M. Butschek und B. Niedermoser





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