Lawinenauslösung Bernsteigkopf, 03.03.2018 (Hinterglemm)

Ein einheimischer Schitourengeher wollte vom Bernsteigkopf nordseitig in Richtung Hinterglemm abfahren. Noch im Gipfelbereich löste er ein Schneebrett aus. Der Schifahrer konnte aufgrund seiner langsamen Geschwindigkeit im Bereich des Lawinenanrisses stehen bleiben und wurde nicht mitgerissen.     

 

Lawinentyp: Schneebrett, trocken
Anriss Seehöhe: 2100 m
Anrissmächtigkeit: 13 bis 30 cm
Anrissbreite: ca. 30 m
Länge: 80 m
Steilheit beim Anriss: ca.30-35 Grad (geschätzt)
Exposition: N
Bruch: Triebschneepaket auf lockerer Schicht
Lawinengröße: 1-2 (kleine Lawine)

 

Lawinenproblem: TRIEBSCHNEEPROBLEM
Der Triebschnee im Nordsektor liegt teils auf lockerem, aufbauend umgewandeltem Schnee (Schwachschicht). Dort erfolgte der Bruch.

 

Details aus dem Lawinenlagebericht vom 03.03.2018:
Gefahrenstufe Grasberge: Mäßig (2)
Besonders gefährdete Expositionen: NW über N bis SO
Besonders gefährdeter Höhenbereich: > 2000 m
Beschreibung der Lawinensituation: Triebschneesituation
kein Tagesgang

http://www.lawine.salzburg.at/lageberichte/lb_2018-03-04_3.html?lang=de_GE&date=03.03.2018&dateday=3&datemonth=3&dateyear=2018

 

Beschreibung der Lawinensituation im LLB: ...... Triebschnee im steilen Nordsektor beachten ..... Die Lawinengefahr ist MÄßIG, wo der Wind nicht drinnen war GERING. Der vom Südföhn (hochalpin auch Westwind) gebildete Triebschnee ist meist kammnah anzutreffen, oft dünn und insbesondere mit großer Zusatzbelastung auslösbar (Sturz, keine Abstände, zu Fuß). Hauptbetroffen sind die Sektoren NW über N bis O. .....Am kritischten ist der Übergang von wenig zu viel Schnee bzw. die Einfahrt in Triebschnee gefüllte Rinnen und Mulden.

 

WAS KANN JEDER MITNEHMEN und LERNEN: Kammnahes Triebschneepaket - an einzelnen Punkten auszulösen, aber dünn und kleinräumig - daher Absturzgefahr oft größer als Verschüttungsrisiko. Daher auch Einstufung der Gefahr als MÄßIG (2), entsprechend der EAWS Entscheidungsmatrix: http://www.avalanches.org/eaws/en/includes/basics/basicsImages/EAWS-Matrix_de_LOW.png

 

Quelle: Alpinpolizei Zell am See (Tatjana Gugganig)

 

 

Autor: Bernhard Niedermoser
Datum: 03.03.2018
Saison: 17/18
Gebiet: Glemmtal